Das Jahr 2018 ist für die Spitex Bözberg-Rein ein Übergangsjahr. Per 1. Januar 2019 wird sie in die Spitex Region Brugg AG integriert. Dafür braucht es aber noch die Zustimmung der Generalversammlung der Spitex Region Brugg AG und vor allem ein Ja der Gemeindeversammlungen der betroffenen Kommunen Bözberg, Mönthal, Remigen, Riniken, Rüfenach und Villigen.

Die Gmeinden finden alle im Juni statt. Am 29. Mai stimmt die GV der Spitex Region Brugg AG der möglichen Aktienkapitalerhöhung zu und wählt zudem ein neues Verwaltungsratsmitglied aus der Region Bözberg-Rein. Zur Wahl stellt sich Juristin Sarah Niederer aus Bözberg, Ortsteil Linn. Das gaben Rebekka Hansmann, Geschäftsführerin der Spitex Regio Brugg AG, Karsten Bugmann, Verwaltungsratspräsident der Spitex Region Brugg AG und Christian Hauswirt, Präsident des Spitexvereins Bözberg-Rein, an der gestrigen Medienkonferenz bekannt.

Es sei ein hartes Stück Arbeit gewesen, die Gemeinderäte von diesem zukunftsweisenden Schritt zu überzeugen, sagt Christian Hauswirt. Denn klar ist: Mit der Integration der Spitex Bözberg-Rein in die Spitex Region Brugg AG steigen die Kosten für die Gemeinden. «Allerdings», betont Karsten Bugmann, «würden die Kosten um ein Vielfaches ansteigen, wenn die Spitex Bözberg-Rein den heutigen Anforderungen alleine gerecht werden müsste.» Deutlicher ausgedrückt: Eine professionelle Spitex sei nur bei einem Einzugsgebiet mit mindestens 20'000 bis 30'000 Einwohnern möglich. Hauswirt ergänzt: «Nur eine Stellenaufstockung im Team würde nichts bringen. Es braucht auch Spezialisierungen.»

Fast Bewilligung entzogen

Die Gründe sind vielfältig, warum sich die Spitex Bözberg-Rein dazu entschieden hat, sich in die Spitex Region Brugg AG einzugliedern. Christian Hauswirt übernahm 2013 das Präsidium. «Damals hatten wir massiv Probleme, geeignete Fachkräfte für unsere kleine Organisation zu finden», sagt er. «Beinahe hätte man uns die Bewilligung entzogen.»

Schon damals sei klar gewesen, dass es so nicht weitergehen kann. Dazu kommt, dass die Spitexorganisationen verpflichtet sind, gewisse Leistungen anzubieten. Beispielsweise im psychiatrischen Bereich oder palliativen Bereich («die Menschen wollen lieber zu Hause sterben», sagt Hansmann). Das ist von kleinen Spitexorganisationen fast nicht zu stemmen.

Die Integration der Spitex Bözberg-Rein bringt auch für die Mitarbeitenden Entlastung: Bei Personalengpässen ist gegenseitige Aushilfe möglich, zudem würden die attraktiveren Arbeitszeiten die Chancen bei der Personalrekrutierung verbessern, heisst es an der Pressekonferenz. Zudem bringe die Grösse der Organisation bessere Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für das Personal. Die Integration dürfte sich ebenfalls auf die Wirtschaftlichkeit auswirken: «Die Nutzung von Synergien und Skaleneffekten ermöglicht eine wirtschaftlichere Leistungserbringung», sind die Verantwortlichen überzeugt.

Die Gemeinden der Region Bözberg-Rein beteiligen sich mit insgesamt 70'000 Franken rückwirkend anteilsmässig an den Aufbaukosten der Spitex Region Brugg AG von 436'000 Franken. Zudem kaufen sie sich anteilsmässig mit insgesamt 120'000 Franken ins Aktienkapital ein. Der Stützpunkt Rüfenach bleibt bestehen und erhält denselben Status wie die Aussenstellen Lupfig und Schinznach. Die Mitarbeitenden von Pflege und Hauswirtschaft werden ebenfalls übernommen.