Villigen
Es ist eng auf der Hauptstrasse, aber beim Trottoir wird nicht geknausert

Mehr Sicherheit für die Fussgänger und Velofahrer, ein schöneres Ortsbild, weniger Lärm: Geplant ist, die Hauptsrasse in Villigen auf einem 1,4 Kilometer langen Abschnitt für 7 Mio. Franken zu sanieren und neu zu gestalten.

Michael Hunziker
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zvg

Mit der geplanten Sanierung soll die Hauptstrasse in Villigen den neuen Anforderungen angepasst und attraktiver gestaltet werden. Gerechnet wird mit Strassenbauarbeiten von rund 7 Mio. Franken. Verläuft alles reibungslos, entscheidet die Gemeindeversammlung im Herbst des nächsten Jahres über den Baukredit. Die Realisierung erfolgt etappenweise ab 2016.

An einer Orientierungsversammlung ist das Vorhaben am Dienstagabend in der Trotte vorgestellt worden. Red und Antwort standen Jakob Baumann, Gemeindeammann; Olivier Moser, Vizeammann; Marco Starkermann, Verkehrsplaner; Giuliano Sabato, Kreisingenieur vom kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU).

Belag ist in die Jahre gekommen

Der Hintergrund: Der Belag des rund 1,4 Kilometer langen Strassenabschnitts hat seine Lebenserwartung von 25 Jahren überschritten. Der Gemeinderat und das BVU wollen das Strassenstück samt Werkleitungen deshalb umfassend erneuern. Ausgearbeitet worden ist ein Betriebs- und Gestaltungskonzept, das als Basis dient. Beteiligt haben sich Vertreter von Bevölkerung, Gewerbe, Behörden und Kanton sowie Verkehrsspezialisten.

Der Vorteil mit diesem Vorgehen ist laut Kreisingenieur Sabato, dass ein breit abgestütztes Vorprojekt entstanden ist. «Der Strassenraum ist auch ein Lebensraum und muss gepflegt werden.» Sabato sprach von einem Balanceakt: Einerseits seien viele Bedürfnisse vorhanden, auf der anderen Seite aber nicht unendlich viel Geld und Land.

Trottoir auch für Velofahrer

Konkret vorgesehen ist, an den Dorfeinfahrten sogenannte Einfahrtstore zu erstellen. Dadurch wird laut BVU eine Verkehrsberuhigung erzielt. Um die Sicherheit für die Velofahrer vom Ölbergweg bis zur Schulhausstrasse zu erhöhen, wird ein verbreitertes Trottoir geschaffen, auf dem Velofahren gestattet ist. Insbesondere die Kinder, die vom Dorfzentrum Richtung Schulhaus unterwegs sind, können auf diese Weise abseits des motorisierten Verkehrs zirkulieren, so das BVU. Apropos Dorfzentrum: In diesem werde durch verkehrsberuhigende Massnahmen ein Nebeneinander von Velo- und Autofahrern gefördert und «damit ein weiterer indirekter Beitrag an die Sicherheit geleistet».

An denjenigen Stellen im Dorfkern, an denen wegen der engen und unübersichtlichen Verhältnisse heute eine unbefriedigende Situation herrscht, sind Elemente geplant, die eine angepasste und rücksichtsvolle Fahrweise fördern sollen. Überdies wird in diesem Abschnitt das Ziel verfolgt, eine durchgehende Trottoirverbindung zu garantieren. Durch Kandelaber unmittelbar am Strassenrand wird der Raum optisch eingeengt, was sich gemäss Kreisingenieur Sabato und Verkehrsplaner Starkermann ebenfalls positiv auf das Verkehrsverhalten auswirkt. Entfernt wird die bestehende Leitlinie. Es handle sich um kleinere Massnahmen, die in der Summe einige bewirken, stellte Starkermann fest.

Pilotversuch beim Schlossberg

Im Abschnitt Ölberg und Hofmatt variiert die Fahrbahnbreite zwischen 4,5 und 6 Meter. Beim Restaurant Schlossberg ist der Platz knapp und es kann nur eine Fahrbahnbreite von 4,5 Metern realisiert werden, um ein minimales Trottoir zu ermöglichen. Da auf der Hauptstrasse eine erhebliche Verkehrsbelastung von rund 6000 Fahrzeugen pro Tag besteht, wird die Auswirkung der Einengung Schlossberg auf den Verkehr im Rahmen eines Pilotversuchs untersucht. Erst, wenn die Resultate vorliegen, wird entschieden, ob die Einengung definitiv in das Bauprojekt übernommen wird.

Erhöht wird die Verkehrssicherheit nicht zuletzt durch eine konsequente Regelung der Vortrittsverhältnisse bei den Strasseneinmündungen. Um das Dorfbild zusätzlich aufzuwerten, werden die Hausplätze in das Projekt einbezogen, Brunnenstandorte und Plätze werden mit Pflästerungen versehen. Auf der Fahrbahn kommt ein lärmoptimierter Belag zum Einsatz.

Fragen zur Einengung

Steigendes Verkehrsaufkommen, Geschwindigkeitsniveau, Lastwagen, Winterdienst . . . Für die meisten Fragen gesorgt hat an der Orientierungsversammlung aber die geplante Einengung Schlossberg. Ein Anwesender befürchtete, es werde zu Staus kommen. Ein Anderer zeigte sich ebenfalls nicht begeistert und wollte wissen, ob auch ein Laubengang oder ein Abriss des Gebäudes in Betracht gezogen wurde.

Kreisingenieur Sabato wies darauf hin, dass es keine Standardlösung gibt. Es gelte, die Einengung zu prüfen und die richtigen Schlüsse zu ziehen. Sabato erwähnte das Beispiel Veltheim, wo die Vorteile einer Einengung überwiegen. In Villnachern dagegen habe ein Pilotversuch gezeigt, dass sich eine solche Massnahme nicht bewähre. Fakt sei, dass in Villigen heute nichts angeboten werden könne für die Fussgänger. Ausserdem kämen andere Lösungen deutlich teurer und es sei nicht die Absicht, die Strasse zu verbreitern und damit mehr Verkehr zu generieren.

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