«Die Breiti hat eine Geschichte», stellte Gemeindeammann Roland Frauchiger am Dienstagabend an der Informationsveranstaltung zum Beitragsplan für die Erschliessung dieses Baugebietes fest. «Die Breiti ist zwar seit langem Baugebiet, sie ist aber nie erschlossen worden.» Das wird sich jetzt ändern. Inzwischen liegt nicht nur ein Gestaltungsplan vor. Im letzten Jahr hat die Gemeindeversammlung für die Erschliessung der Breiti sowie für die Um- und Offenlegung des heute eingedolten Hägibaches auch einen Bruttokredit von 2,23 Millionen Franken bewilligt.

«Anschliessend ist es darum gegangen, die einzelnen Parzellen zu arrondieren», sagte Roland Frauchiger. «In einem vorbildlichen Prozess konnten die Umlegungen vorgenommen und die Wertausgleiche bestimmt werden. Im letzten Herbst sind die Umlegungen abgeschlossen und die neuen Besitzverhältnisse im Grundbuch eingetragen worden. Damit sind die Parzellen so definiert, dass sie handelsfähig, respektive überbauungsfähig sind.»

Mittlerweile ist auch der Beitragsplan erstellt worden. Dieser Plan, der festhält, wie viel jeder Grundeigentümer an die Erschliessungskosten zu bezahlen hat, liegt noch bis zum 16. Februar auf der Gemeindekanzlei Thalheim auf.

Reto Porta vom Ingenieurbüro Porta Nord AG (Brugg), das die Pläne für die Erschliessung Breiti erarbeitet hat, stellte den rund drei Dutzend Interessierten, die sich im Gemeindesaal eingefunden hatten, die gesetzlichen Grundlagen und den Beitragsplan vor.

Grundeigentümer zahlen Hälfte

Zur Kasse gebeten werden die Grundeigentümer bei den Kosten für die rund vier Meter breite Erschliessungsstrasse und die drei Feinerschliessungsstränge; bei den Kosten für den Ringschluss und die Stichleitungen der Trinkwasserversorgung; bei den Kosten für die Sauberwasserleitung, für welche die bestehende Hägibachleitung genutzt wird, sowie bei den Kosten für die Schmutzwasserleitungen. Nicht Gegenstand des Beitragsplanes sind die Kosten für die Offenlegung des Hägibaches (471 000 Franken), für den geplanten Fussweg (275 000 Franken) sowie für die Stromversorgung (242 000 Franken).

Damit haben sich die Grundeigentümer mit insgesamt 1,069 Millionen Franken an den Gesamtkosten von 2,057 Millionen Franken für die Erschliessung Breiti zu beteiligen.

Wie Reto Porta erklärte, stützt sich der Beitragsplan auf die Ausnützungsziffer ab. Weil nur eine Erschliessungstiefe besteht, konnte auf entsprechende Unterscheidungen verzichtet werden. Schliesslich sind die Beitragsansätze für die bereits überbauten Parzellen im Breiti-Perimeter um einen Drittel reduziert worden. Wie Gemeindeammann Frauchiger sagte, sind bei der Ausarbeitung des Beitragsplans aus Gründen der Rechtsgleichheit die Regeln konsequent angewendet worden. Es gebe daher Fälle, in denen Grundeigentümer auch bloss geringe Beträge zu entrichten hätten.

Im April wird Bach ausgeholzt

Bereits im kommenden Juni soll mit den Bauarbeiten für die Erschliessung Breiti begonnen werden. Vorgängig, im April, wird für den neuen Bach ausgeholzt. Ebenfalls vor Baubeginn wird die Kantonsarchäologie Sondiergrabungen vornehmen. Die Arbeiten an der Erschliessung werden rund zwei Jahre dauern. Offenbar bestehen bereits Bauabsichten. Gemäss Frauchiger plane der Volg einen Laden im Breiti-Perimeter. Zudem gebe es Rückmeldungen, wonach sich Grundeigentümer den Verkauf ihrer Parzellen, respektive deren Überbauung, überlegen würden.