Die heutige Regenentlastung «Altenburg» in Brugg soll aufgehoben und durch ein Regenbecken ersetzt werden. Der Einwohnerrat entscheidet über einen Kredit von 2,563 Mio. Franken für den Neubau.

«Es handelt sich um ein künstlich angelegtes Becken, das dazu dient, grössere Mengen Niederschlagswasser zu speichern», führt der Stadtrat in seiner Botschaft aus. Bei geringeren Regenfällen wird das überschüssige Wasser aus den Kanalisationsleitungen zwischengespeichert und «verlangsamt der Abwasserreinigungsanlage zugeführt».

Bei grösseren Regenfällen durchströmt das verschmutzte Wasser die Speicherkammer. Dabei setzen sich die Schmutzstoffe ab, die Schwimmstoffe werden durch die Tauchwand zurückgehalten. Das vorgeklärte und stark verdünnte Abwasser kann dann in die Aare eingeleitet werden.

Der Bau ist unauffällig

Realisiert wird das Regenbecken gemäss Behörde am Aareufer in der Nähe des «Schlössli Altenburg» unterirdisch und unauffällig – also ohne die Landschaft zu beeinträchtigen. Beim ortsgebundenen Standort seien die Interessen von Naturschutz und Archäologie zu berücksichtigen, fährt der Stadtrat fort und spricht von komplexen Themen, die umfassende Abklärungen sowie den aktiven Einbezug der kantonalen Behörden erforderten. Für den Bau muss die Stadt überdies für 120'000 Franken eine rund 350 Quadratmeter grosse Teilfläche einer Parzelle erwerben, die im Besitz der Stiftung für Sozialtourismus und der Pro Vindonissa ist.

Das Bauwerk weist eine Gesamtlänge von rund 30 Metern auf, der sogenannte Sedimentationsraum ist im Innern 3,6 Meter hoch. Im Betriebsgebäude untergebracht sind der Elektroschaltschrank mit Steuerung und Messung, die Ventilation, ein Wasseranschluss sowie die nötigen Einstiegs- und Kontrollöffnungen. Zu liegen kommt es im Boden und ist damit wie das gesamte Bauwerk nicht sichtbar, so der Stadtrat.

Die erforderlichen Bewilligungen für das Bauvorhaben liegen vor. Mit der Realisierung des Regenbeckens soll voraussichtlich im Verlauf des Sommers 2018 begonnen werden. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von rund einem Jahr. Der Baugrubenaushub wird übrigens eng begleitet von der Kantonsarchäologie, weil Spitzgräben des mittelalterlichen Kastells zum Vorschein kommen könnten.

Für den Eingriff in den Auenschutzpark sowie die geschützte Ufervegetation sind ökologische Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen zu leisten. «Die Massnahmen bestehen zum einen in der Gestaltung und Rekultivierung des Bereichs beim Bauwerk und zum anderen in Form einer Aufwertung vom nahegelegenen Altarm Aare», hält der Stadtrat fest. Nach dem Bau wird entlang der Böschung eine Hecke mit standortgemässen Baum- und Straucharten gepflanzt. Auf der Fläche oberhalb des Beckens entsteht eine extensive Wiese.

System bleibt in gutem Zustand

Mit der abgeschlossenen Generellen Entwässerungsplanung der 2. Generation besitzt die Stadt laut Behörde ein modernes Planungsinstrument, das aufzeigt, «wie das Abwasser unter Beachtung der ökologischen und ökonomischen Aspekte abzuleiten ist, wie die ober- und unterirdischen Gewässer qualitativ und quantitativ geschützt werden können sowie wie die Abwasseranlagen optimal betrieben, unterhalten und finanziert werden».

Aufgrund der guten finanziellen Lage des Eigenwirtschaftsbetriebs Abwasserbeseitigung könne das öffentliche und umfangreiche Abwassersystem auch in Zukunft in einem guten Zustand erhalten werden, so der Stadtrat.