Windisch
Erwin Jöris – verfolgt von Hitler und Stalin

Andreas Petersen hat das «Jahrhundertleben» von Erwin Jöris erforscht – am Donnerstag stellt er sein Buch live an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Windisch vor.

Christian Nünlist
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Haftbild vonErwin Jöris 1937.

Haftbild vonErwin Jöris 1937.

Fritz Stern hat 2007 eines der faszinierendsten Bücher über das lange 20. Jahrhundert geschrieben. Der renommierte amerikanische Historiker deutscher Herkunft hat in seinen berührenden, spannend zu lesenden Memoiren «Fünf Deutschland und ein Leben» scharfsinnig die Geschichte Deutschlands durch seine private Lebensgeschichte gebrochen und seine persönlichen Erinnerungen zu einem Porträt jener fünf Deutschland verwebt, die er selbst miterlebte: Weimar, Drittes Reich, Westdeutschland, DDR, wiedervereinigtes Deutschland.

Ein Jahrhundert-Diktat

Andreas Petersen, Dozent für Zeitgeschichte an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg, erzählt im soeben erschienenen Buch «Deine Schnauze wird dir in Sibirien zufrieren» auf 500 Seiten die ebenso faszinierende Biografie von Erwin Jöris, einem 1912 geborenen deutschen Widerstandskämpfer in der Nazi-Zeit und einem Opfer des stalinistischen Terrors.

Buchvorstellung mit Diskussion

Andreas Petersen liest aus seinem Buch «Deine Schnauze wird dir in Sibirien zufrieren» (Wiesbaden: Marix, 2012), Diskussion mit Jörg Baberowski, Historiker an der Humboldt-Universität Berlin, Eintritt frei.

Donnerstag, 20. Dezember, 19.30 Uhr, Hochschule für Wirtschaft FHNW,
Klosterzelgstrasse 2, 5210 Windisch.

Erwin Jöris hat bereits 2004 seine eigenen Memoiren publiziert. Darin berichtete der Augenzeuge des Grauens im 20. Jahrhundert über die Brutalität sowohl der braunen als auch der roten Diktatur. Unter Hitler war er als Kommunist ins KZ gekommen – unter Stalin landete er wegen angeblicher Spionage im Gulag.

Petersen hat 45 längere Interviews mit Erwin Jöris geführt, Weggefährten befragt und in Archiven in Berlin, Moskau und Swerdlowsk nachrecherchiert. Gefängnis, Krieg, Lager – Jöris’ Biografie dokumentiert die Folgen des Terrors des 20. Jahrhunderts für einen einzelnen Arbeiter aus Berlin.

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