Schlossherr Samuel Wehrli konnte fast 400 Besucher in seinem Schlosshof begrüssen. Die letzten vier Jahre, seit er das Schloss erworben hat, seien eine «intensive Zeit» gewesen, so Wehrli. Die harte Arbeit hat sich jedoch gelohnt. Noch nicht ganz fertig erstrahlt das Veltheimer Wahrzeichen schon heute in neuem, altem Glanz. Im Mai 2015 sollen dann die Tore für die Bevölkerung geöffnet werden. Als Ort der Künste werden die alten Mauern neben verschiedenen Museen auch Kunstausstellungen sowie Konzertveranstaltungen beherbergen.

Einen Vorgeschmack darauf lieferten bereits am Sonntagabend die Bläsersolisten Aargau. Bei diesem Konzert erlebten die Zuhörer eine andere Art der historischen Aufführungspraxis; nicht mit alten Instrumenten, aber mit einer grandiosen Werkauswahl im authentischen Rahmen. Im ersten Konzertteil stand neben der Oktett-Partita Es-Dur seines Schülers Johann Nepomuk Hummel vor allem die Serenade c-Moll KV 388 von Wolfgang Amadeus Mozart im Zentrum. Diese schrieb Mozart für das kaiserliche Ensemble von Joseph II. Für Mozart, der jahrelang um eine Anstellung bei Hofe kämpfen musste, war es nicht untypisch, dass er die erste Gelegenheit wahrnahm, sich dort mit einem besonders anspruchsvollen Werk vorzustellen.

Schwierige Akustik im Freien

Trotzdem wurde das Stück als Serenade natürlich auch im Freien und zur Unterhaltung gespielt. Anders als noch zu Zeiten des Meisters lauschten die Zuhörer konzentriert der Werke. Einen grossen Anteil daran hatte das Ensemble selbst, welches nicht nur technisch auf Top-Niveau, sondern auch emotional packend und mit höchst differenzierter Dynamik aufspielte. Der ergänzende Kontrabass wirkte dabei nicht etwa wie ein Fremdkörper unter den Bläsern, sondern legte zusammen mit den Fagotten ein wunderbares Fundament für die Melodien der hohen Bläser. Auch die grundsätzliche schwierige Akustik im Freien – die allerdings durch die den Schlosshof umgebenden Mauern massgeblich positiv beeinflusst wurde – tat dem Hörgenuss keinen Abbruch.

So war es denn auch nicht erstaunlich, dass das Publikum nach dem zweiten Teil des Konzerts mit der mitreissenden «Harmonie» von Franz Krommer und einem wahren Schlussfeuerwerk mit Ausschnitten aus Mozarts komischer Oper «Così fan tutte» in begeisterten Applaus ausbrach.

Die Serenade auf Schloss Wildenstein macht definitiv Lust auf Mehr – und das Versprechen von Schlossherr Samuel Wehrli lässt darauf hoffen, dass diese Lust in den nächsten Jahren befriedigt wird.