Seit Jahren hat sie sich mit viel Herzblut dafür eingesetzt, nun geht der grosse Traum von Beyza Tut in Erfüllung. Am Wochenende vom 26./27. Januar 2019 kann sie ihre Hochzeitsmesse erstmals im Campussaal Brugg-Windisch durchführen. Insgesamt 30 Aussteller werden daran teilnehmen und für ein stimmungsvolles Erlebnis bei den Besuchern sorgen – zu denen erfahrungsgemäss nicht nur Heiratswillige gehören.

Wer die 36-jährige Geschäftsführerin des «Hair & Beauty Beyza»-Salon in Brugg kennt, weiss, dass sie bei ihren Vorhaben nichts dem Zufall überlässt. So erstaunt es auch nicht, dass bereits seit Wochen alles bis ins letzte Detail geplant ist und sie bisher schon 9 potenziellen Ausstellern eine Absage erteilen musste, weil die Nachfrage nach einem Messestand grösser ist als die im und um den Campussaal verfügbare Fläche.

Doch so einfach, wie es jetzt tönen mag, war es für Beyza Tut am Anfang nicht. Denn die Messe «Meine Hochzeitsträume», die nur dank der Unterstützung der Gemeinde Windisch möglich ist, wird im Campussaal dreimal grösser sein als bei den beiden ersten Veranstaltungen im Forum Odeon in Brugg mit einem Dutzend Ausstellern. «Ich denke gern gross. Deshalb war für mich klar, dass ich den ganzen Campussaal füllen werde und nicht nur die Hälfte», sagt Beyza Tut.

Show mit sechs Profi-Models

Mindestens 20 Aussteller musste sie finden, um das Vorhaben umzusetzen. Als es mit den Anmeldungen im Januar nach 15 Zusagen zu stocken begann, schrieb Tut nochmals zahlreiche Spezialisten aus dem ganzen Kanton an. Oft erhielt sie zur Antwort: «Was, erst 2019? Das dauert ja noch so lange.» Doch Tut liess sich davon nicht abhalten und hatte Mitte April sämtliche 30 Ausstellungsplätze vergeben. Die Power-Frau scheut auch den Vergleich mit den grösseren Hochzeitsmessen nicht und hat sofort in Werbung über alle möglichen Kanäle investiert.

Die Coiffeuse ist überzeugt, dass der persönliche Kundenkontakt trotz der zunehmenden Digitalisierung nicht verloren gehen darf. Insgesamt erstreckt sich die Hochzeitsmesse mit freiem Eintritt vom Vorplatz über den aufwendig dekorierten Eingangsbereich, die Treppe und das Foyer bis zum Campussaal inklusive 6 Meter langem Laufsteg für die exklusive Show mit neun Models.

Darunter sind sechs Profi-Models. So auch ein Mann, der an diesem Wochenende bewusst auf ein anderes Engagement in einer viel grösseren Stadt verzichtet hat. «Er entschied sich für den Campussaal, weil er letztes Mal sehr viel Spass bei uns hatte», erzählt Tut begeistert. Bei der Mode- und Friseur-Show gibt es Tanzeinlagen von Mova Dance aus Windisch. Die Show-Regie hat die 38-jährige Emina Caduff inne. Sie ist wie Beyza Tut gebürtige Bruggerin.

Locker und familiär soll es sein

Anfang Jahr wird ein 20-seitiges Gutschein- und Programmheft verteilt. Die meisten Gutscheine können unabhängig von einer Hochzeit und einem Messebesuch im jeweiligen Fachgeschäft eingelöst werden. Ob Blumen kaufen, in einem Restaurant essen oder ein Fotoshooting buchen: Das Angebot lässt sich sehen.

Nur die Teilnahme am Wettbewerb, bei dem Preise im Wert von total 6400 Franken winken, ist ohne Campussaal-Besuch nicht möglich. Und apropos Saal: Zwischen den einzelnen Ständen gibts keine Trennwände, die den Besuchern und Ausstellern die Sicht auf Bühne resp. den Laufsteg versperren könnten. Das Ambiente soll locker und familiär sein.

«Ich würde gerne in Brugg-Windisch noch andere Projekte und öffentliche Veranstaltungen mitunterstützen», sagt Tut. Sie erwähnt das Public Viewing und die Schaufensteraktion des Gewerbevereins Zentrum Brugg während der letzten Fussball-Weltmeisterschaft und hofft, dass es bald wieder eine gemeinsame Aktion gibt. «Wir haben in Brugg-Windisch so viele tolle Läden und sollten weiter in Innovationen investieren», stellt die 36-Jährige fest.

Dabei müssten die Gewerbetreibenden auch offen sein für Kritik, sonst komme man nicht weiter. Das gilt auch für die Hochzeitsmesse, die im Idealfall 2021 wieder im Campussaal stattfinden wird. Entstanden ist das Projekt durch Tuts Idee, in Brugg-Windisch etwas zu bewegen und auch viele Gäste aus dem Aargau und den Nachbarkantonen zu verwöhnen.