Birrhard

Erste Arbeiten an der Revision der Nutzungsplanung vorgestellt

Nutzungsplanung Birrhard: Die Umzonung eines Geländestreifens, in dem sich heute Vorgärten befinden, gab zu reden.  lp

Nutzungsplanung Birrhard: Die Umzonung eines Geländestreifens, in dem sich heute Vorgärten befinden, gab zu reden. lp

Vor rund zehn Monaten hatte in Birrhard die Gemeindeversammlung mit der Zustimmung zu einem Kredit von 30000 Franken grünes Licht für einen zweiten Anlauf der Überarbeitung der Nutzungsplanung gegeben. Nun wurden die ersten Arbeiten vorgestelllt.

Mit den Arbeiten ist das Ingenieurbüro Porta und Partner AG (Brugg) betraut worden. Es wird von einer Kommission des Gemeinderates begleitet.

Grosses Interesse

Jetzt hat der Gemeinderat die Bevölkerung zu einer ersten Information über die bisherigen Arbeiten eingeladen. Und der grosse Aufmarsch am Mittwochabend hat gezeigt, dass die Nutzungsplanung in Birrhard nach wie vor ein Thema ist. Was aber angesichts der breit gefächerten Grundeigentümerstruktur in der Gemeinde zu erwarten ist.

Frau Gemeindeammann Ursula Berger legte die Gründe dar, die den Gemeinderat veranlasst hatten, die Überarbeitung der Nutzungsplanung erneut anzupacken. «Bau- und Nutzungsordnungen sollten nach jeweils 15 bis 20 Jahren überarbeitet werden», sagte sie. «In Birrhard ist die letzte Überarbeitung 1996 erfolgt. Die Revision soll jetzt ermöglichen, dass neues, übergeordnetes Recht einfliessen kann, und dass Situationen, die inzwischen nicht mehr zonenkonform sind, in Ordnung gebracht werden können.» Auch Gemeinderat Frédéric Häusermann wies auf die Änderungen im Recht des Kantons und des Bundes und auf deren Auswirkungen hin. «Mit der Revision wird aber auch eine Harmonisierung der Begriffe angestrebt», erklärte er. «Wir wollen eine schlanke Bau- und Nutzungsordnung.»

Nur noch eine Wohnzone W2

In dieser neuen schlanken Bau- und Nutzungsordnung wird es, wie Planer Beat Hurni (Porta und Partner AG), ausführte, unter anderem nur noch eine Wohnzone W2 mit einer einheitlichen Ausnützungsziffer geben. Auf die bisherige Differenzierung in W2, W2a und W2b wird verzichtet. Eine weitere Änderung betrifft die Unterteilung der Gewerbezonen in Arbeitszonen 1 und 2.

Bei den Zonenzuteilungen ergeben sich wesentliche Änderungen bei der Gewerbezone Langgass-Hinterrai. Sie soll um 149 Aren erweitert werden. Beat Hurni: «Damit soll die Erweiterung bestehender Betriebe gewährleistet werden.» Die Wohnzonen werden um lediglich 29 Aren erweitert. Die Revision sieht zudem eine Arrondierung der Dorfzone vor. In diese Zone einbezogen werden auch die Liegenschaften südlich der Kantonsstrasse K 269. Der Dorfzone zugewiesen werden zudem einige landwirtschaftliche Gebäude, die heute in der Zone W2 liegen. Wie Ursula Berger dazu sagte, bestehen in der Dorfzone mehr Möglichkeiten für eine Verdichtung nach innen.

«Wohnzone mit Hochbauverbot»

Zu reden gab die Umzonung eines Vorgartenstreifen im Gebiet Risi, von der Landwirtschafts- in die Wohnzone, wobei in diesem Streifen weiterhin keine Hochbauten erlaubt sind. Wie Beat Hurni sagte, verlangt der Kanton, dass die Gärten rückgebaut oder das Gebiet eingezont werde. Der Begriff «Legalisierung», der im Zusammenhang mit dieser Massnahme ins Spiel kam und zu Diskussionen führte, veranlasste Frédéric Häusermann zur Klarstellung: «Wir machen Anpassungen. Das hat nichts mit Legalisierungen zu tun. Wir wollen einen Stand erreichen, der rechtlich unanfechtbar ist. Legalisierung ist das Unwort des Abends.»

Der nächste Schritt bei der Revision der Nutzungsplanung wird jetzt, wie Ursula Berger erklärte, die Bereinigung der Grundlagen sein. Die Auflage ist für Februar 2012 vorgesehen; die Vorlage an die Gemeindeversammlung für Juni 2012.

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