Schinznach
Ersatzneubau Realschulhaus: Schule muss vor Kultur Vorrang haben

Der Informationsabend zum Ersatzneubau des Realschulhauses und der Aula wurde zum Workshop. Jetzt ist der Ball beim Gemeinderat.

Louis Probst
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Wo heute die Aula untergebracht ist, soll ein Neubau für die Primarschule entstehen. jam

Wo heute die Aula untergebracht ist, soll ein Neubau für die Primarschule entstehen. jam

Janine Müller

Die Bedürfnisse der Schule haben Vorrang – es braucht Tagesstrukturen –, das Projekt ist gut und sollte umgesetzt werden: Das dürften die drei wichtigsten Erkenntnisse des Informationsabends zum Ersatzneubau für das Realschulhaus und der Aula sein.

Seinen Hintergrund hatte der Anlass in der Rückweisung des Kredits von 6,4 Millionen Franken an der Gemeindeversammlung im Juni. Die Versammlung war damals mit 95 gegen 61 Stimmen einem Rückweisungsantrag von Martina Sigg gefolgt. In diesem Antrag war unter anderem ein «klärendes Gespräch mit der Bevölkerung und dem Architekten» verlangt worden.

Der Gemeinderat hatte sich diesen Auftrag offensichtlich zu Herzen genommen und sich dabei die Dienste der Mediatorin Kathrin Härdi (härdiberatung Möriken und ehemalige Gemeindepräsidentin Brunegg) gesichert. Und so fanden sich die rund 120 Besucherinnen und Besucher des Informationsabends in einem veritablen Workshop wieder.

Schwierig, Entscheide zu fällen

«Ziel ist nicht unbedingt eine Diskussion des Projekts», betonte Gemeindeammann Urs Leuthard. «Es geht darum, den Fokus zu öffnen und der Frage nachzugehen, was – welcher Bau – Sinn macht.» Er stellte fest, dass es gegenwärtig schwierig sei, strategische Entscheide zu fällen oder zuverlässige Prognosen zu machen. Als Gründe dafür nannte er die Fusionsabsichten von Schinznach-Bad, die Entwicklung der Schülerzahlen und die Zukunft der Bezirksschule in Schinznach-Dorf, die rege Bautätigkeit in der Gemeinde mit der Unwägbarkeit der Auswirkungen auf die Schülerzahlen und schliesslich die finanziellen Aspekte des Vorhabens.

Sandro Liaudet (Schulpflege), Elisa Landis (Gemeinderätin und Finanzvorsteherin) und Urs Leuthard legten die zentralen Einflussfaktoren – Entwicklung der Schule, Sicherstellung der Attraktivität der Gemeinde, Finanzen – kurz dar. Norbert Walker (Walker Architekten AG, Brugg) bekam – erstmals – Gelegenheit, der Bevölkerung seine Überlegungen zum Projekt vorzustellen.

Anschliessend diskutierten die rund 20 Tischgruppen die Fragen: Welche Überlegungen und Bedürfnisse müssen bei künftigen Rauminvestitionen für die Schule berücksichtigt sein, damit die Gemeinde als Dorf attraktiv bleibt; welche Überlegungen sind für eine Aula wichtig, um im Dorf und im Tal einen möglichst grossen Nutzen sicherstellen zu können, und schliesslich: Welche Modifikationen sollen am Projekt vorgenommen werden?

Die Schule hat Vorrang

In den Diskussionen und bei der Gewichtung der Aussagen kristallisierte sich relativ schnell die Meinung heraus, dass die Schule Vorrang haben muss.

Deutlich zum Ausdruck kam auch die Forderung nach Tagesstrukturen. In Bezug auf die Aula wurde eine klare Trennung zwischen Schul- und Kulturbetrieb als wichtig bezeichnet. Zum Stellenwert des Feldschenplatzes wurde argumentiert, dass der Platz wenig – und wenn dann bloss als Parkplatz – genutzt würde. Eine Gruppe zeigte Bereitschaft, einen kleinen Teil des Platzes für den Neubau zu opfern.

Zum Ausdruck kam auch die Forderung, den Gebäudekubus auf das Niveau des Feldschenplatzes anzuheben. Hier machte sich bemerkbar, dass die Projektverfasser im Vorfeld der Gemeindeversammlung wohl zu wenig Gelegenheit hatten, ihre Argumente darzulegen, die aus ihrer Sicht gegen eine Anhebung sprechen.

«Damit», so Kathrin Härdi zusammenfassend, «sind einige Anliegen zum Ausdruck gekommen. Der Gemeinderat wird sich jetzt überlegen müssen, wie er diese Anliegen in die Weiterbearbeitung integrieren kann.» Urs Leuthard dankte für die engagierte Mitarbeit und sagte: «Der Gemeinderat hat jetzt zu analysieren, wie die Anliegen umgesetzt werden können.»