Ein seltenes Bild bietet sich derzeit beim Kunzareal in Unterwindisch: Prall gefüllte, fein säuberlich zu einem Damm aufgeschichtete weisse Säcke halten das Wasser zurück, der Kanal ist abgeschottet, das Kraftwerk abgestellt. Im Bereich des Maschinenhauses steht ein Kran, es brummt, rumpelt und surrt. Mit einem kleinen Bagger sind die Bauarbeiter mit Abbruch und Anpassungen beschäftigt.

Für rund 4,7 Mio. Franken erneuert die Axpo Kleinwasserkraft AG ihre Anlage an der Reuss. «Mit den Massnahmen wird der Kraftwerkstandort besser genutzt und die Produktion erhöht», erklärt Axpo-Mediensprecher Antonio Sommavilla.

Turbine ist in die Jahre gekommen

Der Hintergrund: Einzelne Bestandteile des Kraftwerks haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Die Propellerturbine der Maschinengruppe 3 hat Baujahr 1928. Die Maschinengruppe 3 wird deshalb mit einer neuen, doppelt regulierten Kaplanturbine ausgestattet.

Nach Abschluss der Arbeiten weist die Anlage ein besseres Schluckvermögen auf, sodass die konzessionierte Wassermenge von 55 Kubikmetern pro Sekunde voll ausgenutzt werden kann, erklärt Mediensprecher Sommavilla. Die Konzession läuft übrigens bis ins Jahr 2055.
Gleichzeitig wird der Schwallschutz im Kanal verbessert. Will heissen: Die Seitenmauern zwischen den Toren und dem Maschinenhaus werden erhöht.

Im Falle einer Schnellabschaltung der Maschinen sind die umliegenden Liegenschaften in Zukunft noch besser vor dem Wasser geschützt. Nicht mehr auf dem neusten Stand sind die bestehenden Kanaltore. Sie können die statischen Anforderungen bei einem Hochwasser nicht mehr erfüllen und werden deshalb auf Verlangen des Kantons ausgetauscht. Am Erscheinungsbild des Kraftwerks wird möglichst wenig verändert. In erster Linie dienen die vier Tore dazu, den Wasserspiegel im Oberwasserkanal zu regulieren.

Sind die Arbeiten im Maschinenhaus abgeschlossen sowie die Kanaltore abgebrochen und ersetzt, werden in den nächsten Schritten die neue Turbine und der Generator in der Maschinengruppe 3 sowie die Elektromechanik montiert. Zusätzlich wird eine Spülleitung in der Kahnrampe auf der Gebenstorfer Seite eingebaut. Mit dieser sollen künftig Sandablagerungen verhindert werden. Die Inbetriebnahme der erneuerten und verbesserten Anlage ist im ersten Quartal 2017 vorgesehen.