Brugg
Er zeigt mit Musik, wie ein Jugendlicher musikalisch erwacht

Die Musikschule Brugg feiert in diesem Jahr ihren25. Geburtstag. Deshalb hat der Klavierlehrer Felix Graf ein Werk komponiert, das von über100 Mitwirkenden am Festakt aus der Taufe gehoben wird.

Elisabeth Feller
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Warten, aber nicht mehr lange: Am kommenden Samstag wird Felix Grafs Komposition «Matinale» im Campussaal uraufgeführt.

Warten, aber nicht mehr lange: Am kommenden Samstag wird Felix Grafs Komposition «Matinale» im Campussaal uraufgeführt.

ZVG

«Mattinata? Habe ich richtig gehörtig?» Hat die Journalistin nicht, was Felix Graf mit «Matinale» korrigiert. So ist seine 12-minütige Komposition betitelt, die am kommenden Samstag im Campussaal Brugg-Windisch uraufgeführt wird – aus triftigem Grund: Die Musikschule Brugg (MSB) wird 2014 ein Vierteljahrhundert alt.

Diesen Geburtstag feiert die Musikschule Brugg zwar das ganze Jahr, doch am 24. Mai findet der offizielle Festakt statt, an dem gesprochen, aber in erster Linie eben musiziert wird (siehe Box). Da darf, vielmehr muss schlicht Ungewöhnliches auf dem Programm stehen.

Musikschule Brugg: Das grosse Fest

Die Musikschule Brugg feiert ihren 25. Geburtstag am Samstag, 24. Mai, 16 Uhr, mit einem Festakt im Campussaal Brugg-Windisch. Das Festorchester mit über 100 Mitwirkenden unter der Leitung von Roman Brogli setzt musikalische Höhepunkte mit bekannten Melodien sowie der Uraufführung «Matinale» von Felix Graf. Graf ist Klavierlehrer an der Musikschule Brugg. Weiter gibts Grussbotschaften von Landammann Alex Hürzeler und Stadtammann Daniel Moser; die Moderation hat Mani Sokoll. Die Veranstaltung ist öffentlich - Eintritt frei. Der nächste Anlass im Jubiläumsjahr ist der Musikschulball im Simmengut am 16. August,
18 bis 1 Uhr. Anmeldungen bis 15. Mai an folgende Mailadresse:
musikschule@brugg.ch.
Ticketpreise: Für das ganze Fest mit Apéro, Essen, Dessertbuffet, Cüpli, Musik und Tanz pro Person 125 Franken; ab 22 Uhr mit Dessertbuffet, Cüpli, Musik und Tanz pro Person 65 Franken. (AZ)

«Der Filmmusik bleibe ich treu»

Felix Graf, 37 Jahre jung und seit 2009 als Lehrer für Jazz-Rock-Piano an der Musikschule Brugg tätig, steuert ein Werk bei, «das auf die Fähigkeiten der 9- bis 18-Jährigen, somit auf Anfänger wie Fortgeschrittene zugeschnitten ist». Der wie ein Mittzwanziger aussehende Graf verweist auf kleinere Schwierigkeiten beim Komponieren: «Ich musste zum Beispiel Rücksicht auf die Bläser nehmen, denn diese sind in anderen Tonarten zu Hause als etwa die Streicher.»

Die Herausforderung lag darin, die sechs Haus-Ensembles der MSB in das zusätzlich von Lehrkräften unterstützte Orchester zu integrieren, das über 100 Mitwirkende umfasst.

Wie sie sich denn die Komposition vorstellen könne, fragt die Journalistin. Graf überlegt kurz, antwortet dann: «Zu Beginn des Festakts am Samstag steht eine von mir arrangierte Fassung von ‹Pirates of the Caribbean›. Das ist Filmmusik und dieser bleibe ich in grossen Zügen bei ‹Matinale› treu.»

Was steckt eigentlich hinter dem Namen? Felix Graf lächelt, sagt in seinem unverkennbar baslerisch gefärbten Schweizerdeutsch: «Es ging mir darum, ein musikalisches Erwachen, ja den Werdegang eines Schülers an der Musikschule Brugg aufzuzeigen.»

Zeigen will Graf mit seinem Werk auch, welch tolle Möglichkeiten in einem Instrument stecken: «Die Aufmerksamkeit des Publikums wird immer wieder auf die Ensembles und damit auf verschiedene Instrumente gelenkt.» Der Beginn von «Matinale» liegt in der Hand der Kleinen – dann wird die Melodie von den Grösseren übernommen.

Felix Graf hat das «Pirates»-Arrangement und «Matinale» von September bis Ende letzten Jahres geschrieben. Dann bekamen die Ensembles die Partitur und studierten ihren Part ein. An zwei Samstagen, unterstreicht Graf, sei nun den ganzen Tag zusammen geprobt worden. Das Resultat? Der Komponist weiss es nicht.

Wie «Matinale» unter der Leitung des Dirigenten Roman Brogli klingt, wird Felix Graf nämlich erst am Samstag dieser Woche – am Ende des Festakts – zu hören bekommen. Wer weiss, vielleicht wird sich danach die Anzahl seiner Schülerinnen und Schüler sprunghaft vermehren.