Brugg
Er merkt: Den Konsumenten ist die Ernährung wichtiger als auch schon

Gemüse frei von Pestiziden, eine grosse Auswahl an kaltgepressten Ölen und jede Menge natürliche Snacks: Bio-Lebensmittel sind auf dem Vormarsch. Das merkt vor allem Buono-Besitzer Christian Meier.

Luisa Bider
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Christian Meier, Geschäftsführer des Buono, in seinem Geschäft in der Brugger Altstadt. Luisa Bider

Christian Meier, Geschäftsführer des Buono, in seinem Geschäft in der Brugger Altstadt. Luisa Bider

Gemüse frei von Pestiziden, eine grosse Auswahl an kaltgepressten Ölen und jede Menge natürliche Snacks: Bio-Lebensmittel sind auf dem Vormarsch.

In den letzten Jahren haben Bio-Fachgeschäfte zu spüren bekommen, wie sich die Konsumenten immer gesünder und natürlicher ernähren möchten.

Auch vegane und vegetarische Ernährung stösst, speziell bei den jüngeren Generationen, immer mehr auf Begeisterung.

So gibt es auch erste deutsche Vegan-Supermärkte, die den Schweizer Bio-Markt ins Visier nehmen, wie beispielsweise die deutsche Kette «Veganz», die im kommenden Jahr eine Zürcher Filiale eröffnen möchte.

Migros will den Bio-Markt

Auch Christian Meier, Besitzer des Brugger Biofachgeschäfts Buono, spürt das zunehmende Interesse an natürlichen Lebensmitteln.

In seinem Biofachgeschäft verkauft er 3200 Bio-Artikel – darunter Lebensmittel, Naturkosmetik und ökologische Haushaltsprodukte. «Ja, die Bio-Zahlen steigen in der Schweiz. Die Kunden legen vor allem auf regionale Produkte viel Wert», so Meier.

Durch das gesteigerte Interesse ist er sich auch der zunehmenden Konkurrenz bewusst – doch diese kommt weniger von anderen Biofachgeschäften, sondern vor allem vonseiten der Grossverteiler.

«Während Coop rund 50 Prozent des Biomarkts für sich beansprucht, sind es bei der Migros nur 25 Prozent. Diese möchten jetzt ihr Bio-Sortiment weiter ausbauen, was für die restlichen Biofachgeschäfte eine sehr grosse Herausforderung ist», so Meier.

Bio-Pioniere

Mit der langjährigen Erfahrung, Qualität und Know-how, die im Altstadt-Laden Buono stecken, glaubt sich Meier aber weiterhin behaupten zu können.

Seit 10 Jahren befindet sich der Buono am gleichen Standort an der Hauptstrasse 9, schon seit 20 Jahren in der Brugger Altstadt.

«Wir sind Pioniere im Biofachhandel. Solche Geschäfte gibt es erst seit den 70er-Jahren, als sich die Leute vermehrt für Ihre Ernährung und die Natur interessierten. Und nun kommt dieser Trend wieder auf.»

Meier gehört mit seinem Buono zum Gewerbeverein «Zentrum Brugg» und ist der letzte eigenständige Lebensmitteldetailhändler in der Altstadt.

«Es ist schwierig, in der Altstadt einen Laden zu betreiben, weil sie nicht gut an den Rest der Brugger Einkaufsallee ‹Neumarkt› angeschlossen ist. So gibt es auch relativ wenig Laufkundschaft – rund 80 Prozent unserer Kunden sind Stammkunden», so Meier.

Zu den Stammkunden seines Geschäfts zählt Meier Einzelpersonen und Paare ab 30. Vermehrt kämen aber auch junge Erwachsene oder Familien.

Er fügt an: «Dabei ist es spannend, dass nicht nur extrem gut verdienende Familien hier einkaufen. Es gibt auch Familien aus dem Mittelstand, die sich einfach stark für die Natur und ihre Ernährung interessieren, und daher lieber an anderen Stellen sparen.»

Neben Bio-Produkten sind auch vegetarische Lebensmittel momentan stark im Trend, wie beispielsweise die neue «Karma»-Fertiggerichte-Linie von Coop zeigt.

Diese hat rund 50 neue vegetarische Menus aus aller Welt eingeführt. Dabei sprechen diese Menüs nicht nur Vegetarier an. Viele nicht-vegetarische Kunden kaufen diese, weil sie sich ökologisch und gesund ernähren wollen.

Christian Meier, der sich selbst während 10 Jahren vegetarisch ernährt hatte, stellt diesen Trend ebenfalls fest.

«Seit etwa einem halben Jahr sind vegetarische Produkte auch bei unseren Lieferanten ein sehr wichtiges Thema.» Der Trend zur pflanzlichen Ernährung sei wünschenswert, da zu viel Fleischkonsum nicht nachhaltig sei.

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