Als der Kanton letzte Woche ankündigte, demnächst den Fussgängerstreifen beim Bachthalen-Kreisel entfernen zu lassen, dauerte es nicht lange, bis es in den sozialen Medien die ersten Reaktionen gab. «Endlich, es wurde ja für viel Geld eine super Unterführung gebaut», schrieb eine Frau. Eine andere ergänzte: «Finde ich richtig gut! Auch wenn ich nach Brugg spaziere, führt mein Weg immer über den Park Königsfelden. Bin es mir gewohnt, dass ich immer die Unterführung nehme beim Campus. Ist ja viel angenehmer.» Doch nicht alle haben Freude an den geplanten Massnahmen. Eine weitere Person hielt fest: «Einmal mehr werden Fussgänger in den Untergrund verbannt zugunsten des motorisierten Verkehrs – total daneben.»

Viele wunderten sich, warum der Entscheid vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) für diese Massnahmen so lange auf sich warten liess. Kurt Grauwiler, Sektionsleiter Verkehrstechnik beim BVU, sagt auf Nachfrage der AZ: «Die Verkehrssituation in Brugg und Windisch ist komplex. Mit der Entfernung des Fussgängerstreifens soll die Nutzung der nahen Personenunterführung gefördert werden. Dadurch erwarten wir eine leichte Entlastung bei den täglichen Stauzeiten.» Um den Verkehrsfluss zusätzlich zu optimieren, werde es aber weitere Massnahmen brauchen.

Vorgesehen ist, den Fussgängerstreifen ab dem 24. Januar in der Nebenverkehrszeit oder nachts abzufräsen. Die Mittelinsel auf der Zürcherstrasse wird nicht verändert. Die Schliessung des Tors zum Park Königsfelden war eine Bedingung, damit die Markierung entfernt werden kann. Das BVU rechnet für diese Arbeit mit Kosten von 3000 bis 4000 Franken, die der Kanton tragen wird. Mit entsprechenden Hinweistafeln werden die Fussgänger auf die neue Streckenführung hingewiesen.

Entlang der Gleise zum Neubau

«Wurde auch Zeit», sagt FDP-Grossrat Titus Meier auf Facebook. Immerhin sei die Schliessung des Tors schon vor dem Bau der Unterführung angekündigt worden. «Das Problem wird aber nur entschärft, nicht gelöst.» Solange der Durchgangsverkehr aus dem unteren Aaretal durch das Zentrum Brugg-Windisch fahren muss, werde es immer wieder Stau geben.

Thomas Zweifel, Leiter Betriebe bei der Psychiatrische Dienste Aargau AG, fügt an: «Die Schliessung des Tors zum Park macht für uns Sinn, da der Fussgängerweg ansonsten auf eine stark befahrene Strasse geleitet würde. Bis zur Inbetriebnahme des Neubaus erwarten wir vom Kanton einen Umsetzungsvorschlag für eine neue Wegverbindung vom Campus Brugg-Windisch entlang der Gleise bis zu unserem Areal.»