Bözen
Enkel verunfallt mit Grossvater bei Traktorfahrt

Am Wochenende passierte ein schlimmer Unfall auf dem Hügel Heuig in Bözen. Ein Traktor überschlägt sich an dem steilen Hang über die Hinterachse. Dabei verletzt sich der 8-jährige Jan im Gesicht massiv.

Silvan Hartmann
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Spuren der Ermittlungen sind am Unglücksort noch zu sehen. Sha

Spuren der Ermittlungen sind am Unglücksort noch zu sehen. Sha

Auf dem Hügel Heuig in Bözen knistern die letzten Gluten des 1.-August-Feuers der Gemeindefeier. An dieser Stelle mit schönem Jura-Ausblick erinnern aber auch Spuren der polizeilichen Ermittlungen an einen schrecklichen Unfall vom Wochenende: Ein 60-jähriger Grossvater fährt am Samstagmorgen kurz nach elf Uhr mit dem Traktor aus, mit dabei ist sein 8-jähriges Enkelkind Jan. Sie sind öfters gemeinsam mit dem Traktor unterwegs, denn Jan, der Zweitklässler, liebt Traktoren über alles.

Offenbar wollen sie am Samstag beim abklingenden Augustfeuer nachsehen. Der Weg führt über enge Feldstrassen an einem steilen Hang vorbei. Kurz vor dem Ziel kann der Grossvater beim Traktor nicht richtig runterschalten. Die Schaltung klemmt, worauf der Traktor rückwärts rollt. Als er die Handbremse zieht, kippt der Traktor im steilen Hang und überschlägt sich über die Hinterachse. Anwohner sehen den gekippten Traktor und eilen zu Hilfe. Sie alarmieren umgehend die Ambulanz.

Sechsstündige Operation

Der 60-jährige Grossvater kann sich selber befreien. Er hat sich lediglich Prellungen zugezogen. Schlimmer steht es um den 8-jährigen Buben Jan: Er wurde unter dem Traktor eingeklemmt und zog sich schwere Gesichtsverletzungen zu. Jan musste mit einem Helikopter ins Spital nach Zürich geflogen werden. Er wurde noch am Samstagabend operiert. Seine Eltern stehen dem Buben seither im Spital beiseite.

Laut Familienangehörigen wurden dem Buben in einer sechsstündigen Operation zertrümmerte Gesichtsknochen mit Platten fixiert. Glücklicherweise wurde nach ersten Untersuchungen das Hirn nicht verletzt. «Wir sind froh, dass es ihm den Umständen entsprechend gut geht. Wir hatten Glück im Unglück. Es könnten beide tot sein», sagt Jans Grossmutter und Ehefrau des Traktorfahrers mit tränenden Augen und winkt dann ab: «Daran dürfen wir aber erst gar nicht denken.»

Der Grossvater erholte sich gestern Sonntag schlafend zu Hause von seinem Schock. «Er hat während der gesamten Nacht kein Auge zugedrückt. Es tut ihm alles sehr leid», sagt Jans Grossmutter. Im Wohnquartier in Bözen gilt er als äusserst fürsorglicher, liebevoller Grossvater. Eine Dorfbewohnerin: «Er liebt seine Enkelkinder über alles.»