Die Energiewende mit der angestrebten Reduktion des CO2-Ausstosses hat Auswirkungen auf die Gruppe Brugg, konkret: auf die Division Rohrsysteme. Denn die Kommunen investieren in Fernwärmenetze. Gefragt sind deshalb Rohre mit der bestmöglichen Wärmedämmung.

2018 erhöhte sich in diesem Geschäftsbereich sowohl der Auftragseingang als auch der Umsatz. Letzterer stieg um 18,2 Prozent auf 158,1 Mio. Franken. Verwaltungsratspräsident Otto H. Suhner erinnerte sich daran, dass in seinen Anfängen im Verwaltungsrat im Jahr 1977 noch ein Jahresumsatz erzielt worden war von rund 50000 Franken.

Am Donnerstag hat er über das Geschäftsjahr 2018 informiert bei der Brugg Rohrsystem AG in Kleindöttingen, bei der derzeit erfolgreichsten der 51 Firmen der Gruppe Brugg, wie er gut gelaunt feststellte. Neben dem Verwaltungsratspräsidenten Red und Antwort standen: CEO Stephan Wartmann, der Anfang Jahr die Nachfolge von Urs Schnell angetreten hat; Stephan Peters, Leiter Division Rohrsysteme; Martin Rigaud, Geschäftsführer Standort Kleindöttingen.

Division Kabelsystem kämpft

Die Gruppe Brugg ist weiter gewachsen, allerdings weniger stark als im Vorjahr. Rund zwei Drittel des Umsatzes – dieser Anteil blieb konstant – wurden mit dem Auslandgeschäft erwirtschaftet. Das Unternehmen habe nach wie vor keine Bankschulden, zeigte Suhner auf, sei also finanziell unabhängig und verfüge über ein gesundes Fundament, um auch schwierige Zeiten überbrücken zu können.

Erfolgreich war die Seiltechnik, die umsatzstärkste Division der Gruppe, die mit einem Umsatzplus abschloss. Zum Einsatz kommen die Seile bei Bahnen, Stadien und Brücken, bei Netzen gegen Naturgefahren wie Steinschläge oder bei Aufzügen.

Einen schweren Stand hatte dagegen die Division Kabelsysteme. Gründe waren laut dem Unternehmen die weltweit bestehenden Überkapazitäten sowie der massive Preisdruck im Bereich Energiekabel. Die im Januar 2019 angekündigte Reorganisation mit einer Reduktion des Personalbestands am Produktionsstandort Brugg sei notwendig, um die Ertragslage nachhaltig zu verbessern.

Immerhin: Ein teilweiser Ausgleich der rückläufigen Exportumsätze gelinge mittlerweile mit der Konzentration der Tätigkeit auf den Heimmarkt sowie den Industriekabeln. Als erfreuliches Beispiel für ein neu entwickeltes Produkt nannte CEO Stephan Wartmann das Ladekabel für Elektrofahrzeuge, dank dem die Ladezeit auf unter 10 Minuten gesenkt werden kann – «ein kleiner Beitrag an die E-Mobilität».

Ebenfalls zu kämpfen hatte – mit der anhaltenden Stagnation im Schweizer Kraftwerkmarkt – die Division Prozessleittechnik (Rittmeyer AG).

Die Division Immobilien schliesslich entwickelt und bewirtschaftet die Grundstücke und Immobilien. Der Bau des 15-geschossigen Hochhauses «Centurion Tower» mit Hotel sowie Eigentums- und Mietwohnungen beim Fachhochschul-Campus in Brugg-Windisch kommt planmässig voran. Der Bezug ist für den Herbst 2020 vorgesehen.

«Fit for the future» lautet Motto

Vielversprechend verlaufen ist der Start ins 2019, hielten Suhner und Wartmann fest, der Auftragsbestand liege über dem Vorjahreswert. «Diesen Rückenwind nehmen wir gerne mit.» Das Motto für das angebrochene Jahr heisst «Fit for the future». Neben Automatisieren und Digitalisieren oder Eigenverantwortung fördern lauten die Schlagworte etwa auch Kunden begeistern mit Innovation.

Als Herausforderungen bezeichneten Suhner und Wartmann in ihrem Ausblick den verschärften Handelskonflikt zwischen China und der USA, Italiens Staatsfinanzen, den ungeordneten Brexit oder den Währungszerfall in Ländern wie der Türkei oder Argentinien. Durch die bestehenden Unsicherheiten würden Entscheide verhindert, Investitionen nicht ausgelöst.

Ganz verschwinden wird in diesem Jahr übrigens der Name Kabelwerke Brugg AG Holding. Auftreten wird das Unternehmen künftig ausschliesslich als Brugg Group AG. Es handle sich um einen fälligen, logischen Schritt, führte CEO Wartmann aus und versicherte: «Das Erscheinungsbild bleibt das gleiche.»