Der neue Elternratgeber der Schulen Brugg, Birr und Lupfig ist klein, quadratisch, «und passt in jede Westentasche», wie der Brugger Gesamtschulleiter Peter Merz schmunzelnd erklärt.

Der Elternratgeber umfasst Themengebiete, mit denen sich Eltern beschäftigen (siehe Box). «Wir haben gemerkt, dass viele Eltern die gleichen Fragen haben. Mit dem Elternratgeber wollen wir ihre Fragen beantworten», so Merz. Als sich die Schule Brugg entschloss, einen neuen Elternratgeber herauszugeben, schauten sie sich zuerst bei den umliegenden Schulen nach geeigneten Vorlagen um.

«Wir finden es wichtig, dass der Elternratgeber schulübergreifend ist. Schliesslich haben alle Schulen ähnliche Probleme – da schafft eine Zusammenarbeit Klarheit», so der Brugger Schulsozialarbeiter Yves von Wartburg. Auch Stadträtin Andrea Metzler findet es gut, dass die Schulen zusammenarbeiten: «Noch besser wäre es, wenn ein Elternratgeber kantonsweit gleich wäre. So arbeitet man nicht aneinander vorbei.»

Kantonal ist der Elternratgeber zwar noch nicht, aber eine Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Schulen gibt es schon. So konnte die Schule Brugg das Layout des Elternratgebers Möriken-Wildegg übernehmen sowie Birr-Lupfig für die Zusammenarbeit gewinnen. Zusammen mit Birr und Lupfig wurden aktuelle Themen eingebracht. «Gerade die elektronischen Medien sind zurzeit ein sehr grosses Thema, weil Kinder immer früher ein Smartphone haben.

Ein grosses Tabu

Für die Eltern ist es schwierig, die Nutzung zu kontrollieren», sagt die Brugger Schulsozialarbeiterin Sabrina Strebel. Dadurch, dass die Kinder früher ein Smartphone haben, stossen sie oftmals früher auf das Thema der Sexualität. «Die Eltern müssen mit ihren Kindern über diese Themen sprechen und nicht ein grosses Tabu daraus machen», sagt von Wartburg und führt dies mit einem Beispiel aus: «Eine Schülerin hat Geschlechtsverkehr und teilt dies ihren Eltern erst nach fünf Tagen mit – hätte sie es früher gesagt, hätte sie die Pille danach nehmen können, um eine Schwangerschaft zu verhindern. Hört man solche Beispiele, merkt man, wie wichtig die Kommunikation ist.»

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Ernährung, wie Corinne Prowe, Schulleiterin Birr, erklärt: «Man sieht Kinder, die Chips oder Fertigsuppen zum Znüni essen und sich danach kaum am Unterricht beteiligen. Einige Eltern wissen nicht, dass die Ernährung einen grossen Einfluss auf die Energie und Konzentration hat.»

Der Ratgeber wird erstmals am 20. November an einer Veranstaltung der Schule Brugg verteilt. Diese findet zum Thema Pubertät und der Rolle der Eltern statt und wird von der Gesamtschulleitung sowie der Schulsozialarbeit Brugg organisiert. In Birr und Lupfig wird der Ratgeber durch die Schulleitung und die Schulsozialarbeit Birr-Lupfig an rund 800 Lehrpersonen und Schüler abgegeben sowie im Lupfiger Elternforum und im Birrer Elternbeirat.