Die Stadt Brugg passt auf das Schuljahr 2019/20 das schulergänzende Kinderbetreuungsangebot an. Dies gemäss Vorgaben des Kantons Aargau, der ein neues Kinderbetreuungsgesetz eingeführt hat. An der Schule Brugg war die Betreuung der Kinder zwischen 8.15 und 11.45 Uhr an allen Primarschulstandorten (Au-Erle, Umiken, Stapfer und Bodenacker) gewährleistet. Falls ein Kind während dieser Zeit keinen Schulunterricht hat, wird es in der Nähe der Schule kostenlos betreut.

Das ändert sich nun mit der Einführung des neuen Kinderbetreuungsgesetzes. Neu soll die Betreuung von 8.15 bis 9 Uhr im Stapferschulhaus sicher stattfinden, in Umiken gar nicht und an den anderen beiden Standorten nur noch, falls mindestens fünf Kinder angemeldet sind. Die Betreuung von 11 bis 11.45 Uhr findet an drei der vier Standorten statt, ausser in Umiken. Eltern von schulpflichtigen Kindern halten fest: «Dies stellt somit verglichen mit früher eine Verschlechterung des Betreuungsangebots dar.» Zudem müssen die Eltern diese Betreuung nun auch bezahlen, obwohl diese innerhalb des Zeitfensters von 8.15 bis 11.45 Uhr stattfindet. Gemäss Kinderbetreuungsgesetz ist dies allerdings erlaubt.

Keine Betreuung in Umiken

Dennoch wehrt sich nun Jeannine Britschgi Meier auf der Petitions-Plattform petitio.ch und sammelt Unterschriften für umfassende Blockzeiten. «2006 sind in Brugg Blockzeiten eingeführt worden», schreibt sie online. «Die Kinder können trotzdem noch diverse Löcher im Stundenplan haben, welche sie dann bei Bedarf in der kostenpflichtigen schulergänzenden Betreuung verbringen können. In Umiken werden sie in diesen Lücken gar nicht mehr betreut.»

Die Unterzeichnenden der Petition fordern die Schulpflege der Stadt Brugg auf, umfassende Blockzeiten auf der Primarschulstufe einzuführen. «Damit meinen wir Schulunterricht am Morgen von 8.15 bis 11.45 Uhr von Montag bis Freitag für jedes Kind in allen sechs Primarschulstufen und an allen vier Primarschulstandorten», heisst es. Diese Umsetzung sei zwingend für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. «Ebenso dient sie der Standortattraktivität für Familien», sind die Petitionäre überzeugt. «Mit den Blockzeiten gibt es weniger sogenannte Schlüsselkinder.»

Zuständig für den Betrieb der Tagesstrukturen in Brugg ist das Kinderbetreuungsunternehmen «kidéal». Das schulergänzende Betreuungsangebot wird zudem neu unter dem Namen Tagesstern geführt. «Kidéal» verspricht in einem Brief an die Eltern, dass für den sicheren Transport der Kinder vom Schul- zum Betreuungsstandort und umgekehrt gesorgt ist, sollte es zum Zusammenlegen der Betreuungsstandorte kommen.

Gestartet wurde die Petition am 13. Mai, enden wird sie am 12. Juni. Von den 200 nötigen Unterschriften sind bis gestern Montag 162 zusammengekommen.