Brugg

Einwohnerrat sorgt sich um Trinkwasser: «Es ist unser wichtigstes Gut»

Gutes Trinkwasser ist wichtig für die Gesundheit.

Gutes Trinkwasser ist wichtig für die Gesundheit.

Der Brugger SP-Politiker Martin Brügger macht sich stark für eine aktive und umfassende Information über die Qualität.

Die Brugger Bevölkerung verdient eine transparente, differenzierte und periodische Berichterstattung über die Qualität des Trinkwassers, stellt SP-Einwohnerrat Martin Brügger fest. Die Stadt soll, fordert er, mindestens halbjährlich informieren, insbesondere über den Chlorothalonil-Gehalt.

«Trinkwasser ist unser wichtigstes Gut», führt Brügger in der Begründung seines Postulats aus. Eine mögliche Verunreinigung mit Fremdstoffen gebe Anlass zur Sorge.

Das Mischen ist zwar zulässig, aber . . .

Brugg mit seiner Nähe zum Wasserschloss und viel Wald müsste hinsichtlich Grund- und Quellwasser keine Probleme haben, der Bevölkerung gutes, respektive sehr gutes Trinkwasser liefern zu können, ist der SP-Einwohnerrat überzeugt. Falls dem nicht so wäre, müsste aktiv informiert werden, damit schnell reagiert werden kann – nicht bloss durch Zumischung von nicht oder weniger belastetem Trinkwasser und damit möglicherweise einer knappen Unterschreitung von Grenzwerten.

Denn: «Gutes Trinkwasser ist für die Gesundheit der Bevölkerung wichtig und auch ein mögliches Argument für die Wahl der Wohngemeinde.» Beim Trinkwasser verstehe die Bevölkerung keinen Spass.

Die in Brugg mit der Versorgung betraute IBB habe zwar Anfang Monat auf der Website bilanziert: «Chlorothalonil-Grenzwert in Ordnung.» Aber: Gleichzeitig scheinen die Grenzwerte in einer Grundwasserfassung nicht so klar unterschritten zu sein und es werde Trinkwasser beigemischt, schreibt Brügger. Weitere Informationen dazu seien deshalb notwendig – über sämtliche Quell- und Grundwasserfassungen, mit denen die Bevölkerung von Brugg versorgt werden. Nur mit Messungen, respektive Transparenz, könne gegebenenfalls auch politisch eine Ursachenbekämpfung angegangen werden, so der Einwohnerrat.

Das Mischen sei zwar lebensmittelrechtlich zulässig, ist sich Brügger bewusst. Allerdings: Die gute Herstellungspraxis für Trinkwasser müsse darauf ausgerichtet sein, das Endprodukt in guter Qualität bis zu den Konsumentinnen und Konsumenten zu liefern – und nicht darauf, «minderwertige Rohstoffe nutzbar zu machen».

Chlorothalonil ist ein Wirkstoff, fährt Brügger fort, der in Pflanzenschutzmitteln seit den 1970er-Jahren gegen Pilzbefall eingesetzt wird und in der Schweiz bis jetzt noch zugelassen ist. 2017 seien in der Schweiz rund 45 Tonnen chlorothalonilhaltige Pflanzenschutzmittel verwendet worden. Dieser Stoff sickert durch den Untergrund, erklärt Brügger, und heute können seine Abbauprodukte, sogenannte Metaboliten, auch im Trinkwasser in erhöhten Konzentrationen nachgewiesen werden.

Besonders stark betroffen ist das Mittelland

Das Mittelland ist wegen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung der Felder von den Chlorothalonil-Rückständen im Wasser besonders betroffen, führt der SP-Einwohnerrat weiter aus.

Neuste Forschungsergebnisse seien zum Schluss gekommen, fügt er an, dass Chlorothalonil möglicherweise krebserregend sei. Deshalb habe der Bund das Mittel nun auf die Liste der relevanten Stoffe gesetzt, was bedeute, dass ein Höchstwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter im Trinkwasser nicht überschritten werden dürfe.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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