Einwohnerrat Brugg

Einwohnerrat Brugg: SP, Grüne und Grünliberale legen zu - SVP und CVP verlieren Sitze

Der Einwohnerrat Brugg trifft sich für seine Sitzung jeweils im ersten Stock.

Rathaus Brugg

Der Einwohnerrat Brugg trifft sich für seine Sitzung jeweils im ersten Stock.

Die Sitzverteilung für die neue Legislatur im Einwohnerrat Brugg ist klar. Mit 13 Sitzen bleibt die FDP die wählerstärkste Partei in Brugg.

Der Brugger Einwohnerrat rutscht nach links: Die SVP verliert 2 Sitze, die CVP 1 Sitz. Zulegen – um je 1 Sitz – können dagegen die SP, die Grünen sowie die Grünliberalen. Stärkste Kraft bleibt die FDP: Sie kann ihre 13 Sitze verteidigen.

Apropos FDP: Mit einem Glanzresultat von 1475 Stimmen wiedergewählt worden ist Titus Meier, der gleichzeitig angetreten war beim Rennen um das Amt als Stadtammann. Hier musste er allerdings der Grünen Barbara Horlacher den Vortritt lassen. Zusammen mit Meier knackten 11 der 13 gewählten FDP-Kandidaten die Grenze von mehr als 1000 Stimmen. Als einzig Neuer den Sprung ins Parlament geschafft hat für die Freisinnigen Walter Krenn, der in der Stadt einen gewissen Bekanntheitsgrad geniesst als ehemaliger Polizist und Verkehrsinstruktor.

Ihren Wähleranteil konnte die FDP im Vergleich zu den letzten Wahlen leicht um rund 0,3 Prozent steigern – auf einem hohen Niveau, wie Titus Meier sagte. Die starke Position der Freisinnigen führte er zurück auf die überzeugende, positive Liste sowie den aktiven Wahlkampf.

Bestgewählter Einwohnerrat über alle Parteilisten ist der bisherige Martin Brügger von der SP mit 1561 Stimmen. Die Sozialdemokraten legten beim Wähleranteil um 1,4 Prozent zu. Gleich 9 der 10 gewählten Kandidaten erreichen mehr als 1000 Stimmen, unter ihnen zwei der drei Neuen: Pascal Ammann sowie Isabella Bertschi. Einziger Wermutstropfen: Nach nur einer Amtsperiode abgewählt worden ist Nora Hunziker.

«Rundum gelungen»

Zu den Gewinnern zählen ebenfalls die Grünen: Sie steigerten den Wähleranteil um 3,1 Prozent, drei ihrer neuen Kandidaten haben die Wahl geschafft: Urs Bürkler, Yves Gärtner sowie Livia Gärtner. Nur der bisherige Markus Beeler muss sein Amt abgeben. Die Partei habe – wie auch die SP – offenbar vom Sog des Stadtammann-Wahlkampfs profitieren können mit der Präsenz in den letzten Wochen und Monaten, sagte eine strahlende Barbara Horlacher. Nach ihrer Zeit im Einwohnerrat – die letzten zwei Jahre als Präsidentin – steht sie Brugg ab der nächsten Amtsperiode als Stadtammann vor. Die Grünen-Politikerin sprach von einem rundum gelungenen Wochenende. «Ich bin total glücklich über die Resultate», sagte sie an ihrer Wahlfeier in der «Odeon»-Bar am späteren Sonntagnachmittag.

Anders sieht die Situation aus bei der SVP: Die Volkspartei verlor 3,5 Prozent Wähleranteil. Als einziger Neuer die Wahl geschafft hat Miro Barp. Den Sessel räumen müssen dagegen die bisherigen Marc Peter, Urs Wirz und Daniel Siegrist. Aus seiner Enttäuschung machte Ortsparteipräsident und Einwohnerrat Stefan Baumann gestern Sonntag keinen Hehl. Auch wenn eine Analyse auf die Schnelle schwierig sei: Als Grund für den Verlust nannte er vor allem die gute Mobilisierung von SP und Grünen. Vielleicht habe sich auch die Strategie der SVP, auf Wahlplakate zu verzichten, als falsch herausgestellt.

Zu denken gab Baumann die tiefe Stimmbeteiligung von 44,2 Prozent. Viele seien sich zu wenig bewusst, dass kommunale Wahlen und Abstimmungen einen Einfluss auf ihr direktes Umfeld haben, stellte er fest. Die SVP werde an ihrer Politik festhalten, versicherte Baumann. Die Abstimmungen zum Campussaal oder zum Stapferschulhaus hätten bestätigt, dass die Partei auf dem richtigen Weg sei.

Frauen sind in der Minderheit

Mit Jürg Baur und Herbert Meier waren zwei gestandene Kandidaten nicht mehr angetreten für die CVP. Die Partei verlor zwar einen Sitz, hat aber mit Regula Zwicky die bestgewählte neue Einwohnerrätin in ihren Reihen, die als Senkrechtstarterin gleich 1162 Stimmen auf sich vereinte.

Freuen dürfen sich die Grünliberalen. Neben den beiden Bisherigen nimmt neu Colette Degrandi Künzi im Stadtparlament Einsitz. Zu einer Rochade kommt es bei der EVP. Die neue Joya Süess schnappt sich den Sitz des bisherigen Paul Wiedmer.
Insgesamt haben sich 92 Kandidatinnen und Kandidaten aus 7 Parteien zur Verfügung gestellt für die 50 Sitze im Brugger Einwohnerrat. Nach wie vor in der Minderheit sind die Frauen, auch wenn sie neu 18 Sitze besetzen. Bisher waren es 15 Sitze. Keine Regel ohne Ausnahme: Bei der CVP sind 5 der 6 Sitze in Frauenhand, bei der EVP sind es 2 von 3 Sitzen.

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