Brugg
Einwohnerrat Brugg befindet über Pflegeheim-Bürgschaft

Die Stadt Brugg soll für 7,8 Millionen Franken für die Pflegeheim-Erweiterung geradestehen. Der Einwohnerrat wird an seiner nächsten Sitzung am 16. Juni über die Bürgschaftsverpflichtung befinden.

Louis Probst
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So sehen die Architekten den neuen Pflegetrakt an der Fröhlichstrasse in Brugg. ZVG

So sehen die Architekten den neuen Pflegetrakt an der Fröhlichstrasse in Brugg. ZVG

Auch wenn die Zahlen – aufgrund verschiedener Berechnungen und Prognosen – differieren mögen, eindrücklich bleiben sie allemal: Im Bezirk Brugg wird im Jahre 2020 ein Defizit von 150 bis 190 Pflegebetten erwartet. Der bevölkerungsmässig berechnete Anteil der Stadt Brugg an diesem Defizit wird mit 33 bis 42 Betten angegeben.

Gewissermassen die Antwort auf diese Entwicklung ist ein Konzept, das von der Stiftung Bezirksspital Brugg, der Trägerin des Pflegeheims am Süssbach, und dem Alterszentrum Brugg gemeinsam entwickelt worden ist.

Wesentlicher Bestandteil dieses Konzeptes ist ein neuer Pflegetrakt mit 128 Pflegebetten, der aufs Areal des einstigen Bezirksspitals zu stehen kommen wird. Geschätzte Grobkosten für dieses Projekt «Akkord», das vom Architekturbüro Fugazza, Steinmann & Partner (Wettingen) erarbeitet worden ist: 43 Millionen Franken.

Finanziert werden soll die Investition durch Bankkredite, wobei ein Fünftel des Kredits – oder 8,6 Millionen Franken – durch Bürgschaften von Gemeinden aus dem Bezirk sichergestellt wird. Im Gegenzug sollen Einwohnerinnen und Einwohner aus jenen Gemeinden, die Bürgschaften eingehen, Priorität bei der Aufnahme ins Pflegeheim geniessen.

Brugg bürge für 7,8 Mio. Franken

Mit 7,8 Millionen Franken entfällt der Löwenanteil an der Bürgschaft auf die Stadt Brugg. Inzwischen sind bereits einige Gemeinden aus dem Bezirk Brugg die Bürgschaftsverpflichtung eingegangen. In Brugg wird jetzt der Einwohnerrat an seiner nächsten Sitzung, am 16. Juni, über die Bürgschaftsverpflichtung zu befinden haben.

Das Risiko, dass der Bürgschaftsfall eintreten könnte – und die Stadt zur Kasse gebeten würde – dürfte eher gering sein. In der Vorlage wird jedenfalls erklärt: «Bei durchschnittlichen Kapitalkosten von 2,5 Prozent und einer durchschnittlichen Auslastung des Pflegeheims von 97 Prozent sollten gemäss Beurteilung der Revisionsgesellschaft IMS Revision AG (Baden) die kalkulierten Mehreinnahmen ausreichen, um die Hypothekarschuld zu verzinsen, die Hypothek und die Bürgschaften innerhalb einer angemessenen Frist zu amortisieren, den Gebäudeunterhalt sicherzustellen und den Gemeinden den Wert der Bürgschaft zu erstatten.» Immerhin sollen die Gemeinden, die eine Bürgschaft eingehen, entschädigt werden. Angestrebt, so die Vorlage, wird ein Entgelt von 0,25 Prozent pro Jahr.

«Mit dem Eingehen der Bürgschaftsverpflichtung erfüllt die Stadt Brugg eine Aufgabe, die ihr durch das Pflegegesetz überbunden wird», stellt der Stadtrat in seiner Botschaft an den Einwohnerrat fest. Gemäss Pflegegesetz sind die Gemeinden für die «Planung und Sicherstellung eines bedarfsgerechten und qualitativ guten Angebots der ambulanten und stationären Langzeitpflege» zuständig.

Der Stadtrat verweist aber auch auf die Bevorzugung pflegebedürftiger Einwohnerinnen und Einwohner aus Bürgschafts-Gemeinden, die in einer Leistungsvereinbarung festgehalten werden soll. Und er stellt fest: «Mit dem Projekt ‹Akkord› werden die vorhandenen Landreserven optimal genutzt und die Standortattraktivität der Stadt Brugg wird mit dem zukunftsgerichteten Ausbau gesteigert.»