Lupfig/Hausen
Einst verbotene Zone öffnet sich: die zweite Etappe der Altlastensanierung beginnt

Vor zwei Jahren wurde auf dem Reichholdareal – einer grossen Industriebrache beim Autobahndreieck Birrfeld – ein neuer Informationspavillon eingeweiht. Was hat sich seither auf dem Gebiet, in dem noch immer Altlasten lagern, getan?

Claudia Meier
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So könnten sich auf dem Reichholdareal künftig zwei Firmengebäude Richtung Autobahn präsentieren. Visualisierung Nightnurse/zvg

So könnten sich auf dem Reichholdareal künftig zwei Firmengebäude Richtung Autobahn präsentieren. Visualisierung Nightnurse/zvg

© 2014 nightnurse images, Zürich

Alex Römer, Arealentwickler bei der zuständigen Hiag Immobilien AG, sagt auf Anfrage der az: «Ende 2016 konnte der erste Teil der Altlastensanierung abgeschlossen werden.»

Bis Mitte 2017 seien verschiedene Varianten für die zweite Etappe der Sanierung – im Gleisbereich, dort wo Güterumschlag stattgefunden hatte, – erarbeitet und vor kurzem beim Kanton eingereicht worden. Ziel sei es, nach der Beurteilung durch den Kanton die vorgeschlagene Variante an einem Teilbereich zu testen. «Wir gehen davon aus, dass wir damit noch im 2017 starten können», erklärt Römer.

Insgesamt umfasst das Reichholdareal, das zu 57 Prozent auf dem Boden der Gemeinde Lupfig und zu 43 Prozent auf dem Boden der Gemeinde Hausen liegt, rund 75 000 Quadratmeter. Die Hiag Immobilien AG ist Eigentümerin von rund 62 000 Quadratmetern Grundstücksfläche und Dritte besitzen 13 000 Quadratmeter. Die Zone gehört zum kantonalen Entwicklungsschwerpunkt Eigenamt/Birrfeld.

Wegnetz geht an Gemeinden

Aktuell wird laut Hiag das Erschliessungskonzept (Medien, Strassen) bearbeitet. Dieses soll im 2017 abgeschlossen werden, sodass im 2018 eine Sondernutzungsplanung für die Erschliessung erarbeitet werden kann. Das im Areal geplante Strassen- und Wegnetz wird nach dem Bau den Gemeinden übergeben. Es muss ausdrücklich auch Velofahrern und Fussgängern dienen.

Die einst verbotene Zone soll zu einem offenen Areal entwickelt werden. Im Masterplan ist eine zusätzliche Bushaltestelle im Arealinnern vorgesehen. Auf Wunsch des Kantons wird entlang der Autobahn am südlichen Ende der Zone ein Wildtierkorridor entstehen.

Die Hiag Immobilien AG verfolgt keine Verkaufsstrategie, sondern will langfristig Eigentümerin bleiben. Für Industrie- und Gewerbebetriebe stehen Flächen ab 1000 Quadratmeter zur Verfügung. Angesiedelt werden sollen wertschöpfungsintensive Unternehmen aus dem Bereich Spitzentechnologie. Reine Logistikunternehmen, Baumärkte oder Einkaufszentren sind keine Option.

Der blaue Informationspavillon dient der Hiag laut Alex Römer primär als Sitzungsraum vor Ort und sekundär markiert er die Präsenz auf dem Areal. «Nach wie vor führen wir Gespräche mit interessierten Firmen, wobei bisher seitens Interessenten keine Entscheidungen gefällt wurden», fährt der Arealentwickler fort.

Hiag ist überzeugt, dass sich mittelfristig ein erster Ankernutzer für das Reichholdareal finden lässt. Denn: Die Anzahl Areale in der Schweiz, die über eine solch gute Lage, Grösse, Erschliessung sowie Sichtbarkeit von der Autobahn aus verfügen, ist laut Römer sehr begrenzt. Für die Entwicklung des gesamten Areals rechnet Hiag mit 15 bis 20 Jahren.