Brugg

Einheimisches Büro macht das Rennen beim Umbau des Effingerhofs

Der Studienauftrag zum Umbau des Effingerhofs am Rand der Brugger Altstadt ist abgeschlossen. Unklar ist dagegen noch die öffentliche Nutzung.

Lange Zeit war es ruhig um den Effingerhof. Doch im Hintergrund ist einiges gelaufen. Inzwischen ist der Studienauftrag abgeschlossen, ein Architekturbüro hat das Rennen gemacht: Netwerch AG aus Windisch.

Seit dem Wegzug der Druckerei stehen grosse Räume im Effingerhof leer. Inzwischen ist auch die Effingermedien AG ausgezogen. Die Idee der Besitzerfamilie Kornfeld: Der Effingerhof soll ein Ort sein, wo wohnen, arbeiten und sich austauschen möglich ist. Nebst Wohnungen soll es Raum für moderne Arbeitsplätze geben. Im Erdgeschoss – so ist es angedacht – soll Platz geschaffen werden für soziale, kulturelle und gewerbliche Nutzungen.

Gespräche bezüglich Bibliothek stehen an

An einer Pressekonferenz stellten Amos und Verena Kornfeld von der Cadima Real Estate AG aus Villnachern sowie Architekt Walter Tschudin das Ergebnis des Studienauftrags vor. Erste Visualisierungen zeigen, wie der Effingerhof dereinst aussehen könnte. Drei Büros haben sich beteiligt. «Es sind drei sensationelle Beiträge herausgekommen», sagt Walter Tschudin. «Letztlich haben wir uns für das einheimische Architekturbüro entschieden.» Besonders überzeugend sei die Treppe mit behindertengerechter Rampe auf der Seite der Storchengasse. Hier ist auch ein Brunnen eingeplant. Im Gebäude ist zudem ein Lichthof geplant.

Wie bereits schon früher kommuniziert wurde, soll der Effingerhof privat und öffentlich genutzt werden können. Nur: Für die öffentliche Nutzung fehlt es derzeit noch an Trägerschaften. «Ideen gibt es zwar viele, aber niemand, der sie realisieren will. Wir fordern ein Konzept und einen Businessplan für die jeweilige Idee», sagt Amos Kornfeld. Aus seiner Sicht soll es möglich sein, mit einem Angebot Geld zu verdienen und dennoch der Stadt mit ihren Menschen etwas zu geben. Weiterhin unklar ist, was mit der Stadtbibliothek passiert. Sollte diese tatsächlich dereinst aus dem Zimmermannhaus zur Zwischennutzung in den Effingerhof ziehen, wäre ein Drittel der Fläche, die für die öffentliche Nutzung gedacht ist, belegt. Weiterführende Gespräche mit dem zuständigen Stadtrat Leo Geissmann sollen nach den Sommerferien geführt werden.

Solaranlage muss wohl noch ein paar Jahre warten

Im Erdgeschoss stehen ca. 1350 Quadratmeter und im Untergeschoss ca. 400 Quadratmeter Fläche für die öffentliche Nutzung zur Verfügung. «Wir sind Träumer und wissen nicht, ob unsere Idee am Schluss wirklich realisiert werden kann», sagt Amos Kornfeld. «Aber wir wollen es versuchen.» In ungefähr einem halben Jahr soll das Baugesuch eingereicht werden.

Einer seiner Wünsche muss aber noch warten: Er wollte eine Solaranlage installieren, um eine nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten. «Leider sind Solaranlagen in der Altstadt noch immer nicht gestattet», sagt Kornfeld. «Da bin ich schon sehr enttäuscht.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1