Die Drohung, ihn mit einer Tasse Wasser nass zu machen, genügt, um den 16-jährigen Panther aus dem Gehege zu bewegen. Das Altersdomizil der extrem wasserscheuen Raubkatze im Zoo Hasel wurde vor wenigen Tagen unter dem Motto «Kleinzoo hilft Kleinzoo» neu gestaltet.

Mit Betonkies, Sand, Häcksel und einer halben Tonne Erde gestaltete das Planungsteam mit den Lernenden das Gehege neu. «Wir versuchen immer, die Lehrlinge einzubeziehen. Bei der Zusammenarbeit mit anderen Zoos entstehen auch neue Ideen», erzählt Cornelia da Silva, Geschäftsführerin in Remigen.

Neu befinden sich neben Bambuspflanzen und Katzengras auch hängende Bäume in der Anlage, an denen das Tier seine Krallen wetzen und sich schubbern kann. «Puschkin» sei beim Betreten der neuen Anlage sehr zurückhaltend gewesen, schreibt der Initiant in einer Mitteilung. Das Tier schüttelte ein paar Mal seine Pfoten und beschnüffelte alles.

Durch das Deponieren neuer Düfte wird «Puschkin» beschäftigt. «Wir arbeiten beim Panther mit Gewürzen und Parfums», verrät da Silva.

Die Initiative für die Aufbesserung der Anlage kam von John-David Bauder, Betriebsleiter und Ausbildungsverantwortlicher im Zoo Johns kleine Farm im bernischen Kallnach. Da Silva ist sehr dankbar für die Unterstützung. Noch im letztjährigen Zoobericht kritisierte der Schweizer Tierschutz (STS) die Pantheranlage: «Das Gehege ist nicht nur viel zu klein für die sehr sprungkräftige und bewegungsfreudige Grosskatzenart, sondern auch absolut reizarm.» Für da Silva waren diese Punkte nicht neu: «Vor dreissig Jahren lebten in diesem Raum noch drei Raubtiere.»

Der Zoo Hasel hat sich seit der Geschäftsübernahme vor sechs Jahren durch da Silva von Raubtieren getrennt und zu einem Streichelzoo entwickelt. Der Versuch, «Puschkin» in eine Auffangstation für wilde Tiere in Genf zu übersiedeln, missglückte. «Nun konnten wir mit geringem finanziellem Aufwand einen Ort schaffen, wo der Panther seinen Lebensabend verbringen kann», freut sich da Silva. «Weil das Tier nicht ersetzt wird, haben wir auf eine Vergrösserung der Anlage verzichtet», so die Zooleiterin weiter.