Viel Stress für Maxi – «Ich heisse Maximilian!!!» – Odermatt (Sandro Hug): Ihm stehen nicht nur Polterabend und Hochzeit bevor, sondern auch der Besuch von Opa Archie.

Der ist nach 13 Jahren Knast entlassen worden und will sich nun bei Maxi etwas auffrischen, bevor er zu seiner Angetrauten Agatha (Béatrice Steigmeier) zurückfindet.

Doch bevor Coiffeuse Linda (Sandra Gutknecht) bei Archie Hand, respektive Schere anlegen kann, tauchen Maxis Nachbarinnen auf. Allen voran die stark liebesbedürftige Charlotte von Castelberg (Petra Böni), auch despektierlich «Senioren-Barbie» genannt.

Wer will es Archie verargen, wenn er in ihr die erwartete Coiffeuse sieht und feststellt: «Die sind heute viel offener.» Über den Balkon – «wegen des Weibergschnörrs im Treppenhaus», wie sie sagt – taucht Betty (Marié Turk) auf.

«Ich bin die älteste und beste Freundin von Maxi», klärt sie Archie auf. «Am Rest arbeite ich noch.» Auch Teilzeit-Hauswart Vögi (Peter Wülser) – der im Nebenberuf in Sachen Promotion unterwegs ist (dem Kostüm nach zu schliessen für eine Gartenzwerg-Firma) und jetzt einen inkontinenten Wasserhahn reparieren soll – trägt erwartungsgemäss nicht wirklich zur Klärung der Situation bei.

Truppe zieht alle Register

Die Komödie «Ladysitter» von Bernd Spehling, in einer Dialektbearbeitung von Erwin Britschgi, gibt Regisseurin Lilli Grimm und ihrer Truppe Gelegenheit, alle Register zu ziehen. Der Dreiakter lebt vor allem von den Dialogen und den Sprüchen der Akteurinnen und Akteure.

Seien das nun die Schwärmereien von Archie über seine Entlassungsfete im Knast oder seine alten Zeiten als Bankräuber, die herrlichen Kalauer des Hauswarts Vögi oder die staubtrocken-tiefsinnigen Kommentare von Betty (wer wusste denn schon, dass es sich bei Heidi Brühls Hit «Wir wollen niemals auseinandergehn» in Tat und Wahrheit um die Hymne der Weight Watchers handelt?). Die Besucherinnen und Besucher der Premiere jedenfalls hatten ihre helle Freude.

In Maxis Wohnung nehmen die Dinge ihren Lauf. Archie – «ich habe mir meine erste Nacht in Freiheit etwas anders vorgestellt» – fragt sich zurecht: «Wer bin ich denn?» Ob er die Attacken des Senioren-Barbies unbeschadet überstehen kann? Ob Betty vom Sturz vom Balkon errettet werden kann? Was der Schampus bei Coiffeuse Linda wohl anrichtet?

Vor allem aber: Was passiert, wenn Maxi, mit Braut Maja und Grossmutter Agatha im Schlepptau, in seiner Wohnung auftaucht, in der offensichtlich eine wilde Party gefeiert worden ist? Antworten darauf gibt es in der Erbslet-Turnhalle.

«Ladysitter» gibts noch zu sehen am Freitag, 9. März, sowie am Samstag, 20. März, jeweils um 20 Uhr in der Turnhalle Erbslet in Villigen.