Auenstein

Eine ruhige Protestaktion mit Hammer und Schaufel

Fredy Brugger schlägt mit dem Hammer das Eisen ein, Stephan Hüsler assistiert und IG-Gisliflue-Präsident Heinz Alber schaufelt Erde weg.ihk

Fredy Brugger schlägt mit dem Hammer das Eisen ein, Stephan Hüsler assistiert und IG-Gisliflue-Präsident Heinz Alber schaufelt Erde weg.ihk

Die IG Gisliflue will die Gisliflue in ihrer natürlichen Form erhalten. Deshalb setzen Mitglieder der IG beim Aufstieg zum Gratweg Tritte ein. Erste Wanderer probierten den neuen Weg bereits aus.

Erst sägen sie Akazienstämme zurecht. Dann schultern sie diese, um sie beim Aufstieg zum Gratweg von der Oberflachser Seite her auf dem schmalen und äussert steilen Weg einzusetzen. Stephan Hüsler und Fredy Brugger schaufeln Erde weg und befestigen die Holztritte mittels Eisen.

Fünf Minuten lang hämmert Fredy Brugger die Eisen in den Boden, dann stellt er den Hammer ab, wischt sich mit dem Handrücken den Schweiss von der Stirn und sagt zu Stephan Hüsler: «Mach du mal weiter.»

Den Rucksack voller Eisenstangen und Werkzeuge raufzuschleppen, sei aber bisher das Anstrengendste gewesen, erklären die Männer, die seit neun Uhr morgens an diesem Samstag an der Arbeit sind. Vor allem weil der Boden am Morgen noch rutschig war.

Für Freddy Brugger ist es wichtig, etwas Bestehendes zu erhalten und dieser Wanderweg gehöre dazu. «Ich bin gerne draussen und will meinen Beitrag dazu leisten, die Gisliflue als Lebens- und Erlebnisraum zu erhalten», sagt Stephan Hüsler.

Eine ruhige Protestaktion

Vor zwei Jahren hat der Regierungsrat die Gisliflue in den kantonalen Richtplan aufgenommen. Es wird geprüft, den östlichen Grat der Gisliflue als Steinbruch zu nutzen. Der östliche Drittel der Gisliflue liegt im Gemeindebann von Oberflachs, Veltheim und Auenstein.

Wegen ihrer Bedeutung als Erholungsgebiet wurde sie vor rund zehn Jahren aus der Evaluation genommen. Heinz Alber, Präsident der IG Gisliflue, schüttelt den Kopf: «Es hat sich nichts geändert, die Gisliflue ist immer noch schützenswert und auch Bestandteil des Juraparks.»

Als ruhige Protestaktion ist deshalb der Weiterausbau des Gratwegs zu verstehen. «Wir wollen zeigen, wie schön die Gisliflue ist. Bestimmt zwanzig Personen haben diesen Weg heute schon benutzt», sagt Heinz Alber.

Nicole Studer und Hans Joho haben Holz geschultert, um die nächsten Stufen herzustellen. «Früher habe ich diese Strecke als Orientierungslauf-Training gewählt», sagt Nicole Studer. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass es das hier nicht mehr geben soll. Es wäre, wie wenn man den Zürchern ihren Üetliberg wegnehmen würde.» Und Hans Joho meint kurz und knapp: «Das ist mein Kraftort.»

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