Brugg
Eine halbe Stunde Parkzeit ist zu wenig

«La Dolce Vita»-Wirt Kenan Selcuk und der Gewerbeverein wünschen sich eine Lockerung des Parkplatz-Regimes in der Altstadt. Die Stadt ist dagegen.

Claudia Meier
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Wirt Kenan Selcuk arbeitet seit 19 Jahren in der Brugger Altstadt.

Wirt Kenan Selcuk arbeitet seit 19 Jahren in der Brugger Altstadt.

Claudia Meier (cm)

Das Parkplatz-Regime in der Brugger Altstadt ist strikt: Das Auto darf man während maximal 30 Minuten gebührenfrei in einem Parkfeld abstellen. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Busse. Getroffen hat es schon viele Gäste, die am Mittag oder Abend in einem der Restaurants entlang der Hauptstrasse gegessen, oder Kunden, die in einem Fachgeschäft eingekauft haben.

Kenan Selcuk, der Wirt vom Restaurant La Dolce Vita, hat unzählige solcher Situationen beobachtet und verärgerte Gäste erlebt. Er arbeitet seit 19 Jahren in der Brugger Altstadt und hofft, dass diese künftig beispielsweise mit kleinen Konzerten belebt wird. Für Selcuk ist klar, dass man auch das Parkplatz-Regime entlang der Hauptstrasse für die Gäste anpassen sollte. «Für das Gastgewerbe wäre es sinnvoll, wenn die Gäste bis 22 Uhr und nicht bloss bis 19 Uhr mit dem Auto in die Altstadt fahren und länger als eine halbe Stunde parken dürften», sagt er. Damit diese Lockerung nicht etwa missbraucht werden kann, schlägt Selcuk eine Parkkarte vor, die den Gästen zum Auflegen im Auto abgegeben werden kann.

«Auch der Vorstand des Gewerbevereins Zentrum Brugg fordert weiterhin eine Verlängerung der Parkzeit in der Altstadt, von einer halben auf eine Stunde», stellt Präsident Dietrich Berger klar. Ein entsprechender Antrag sei allerdings diesen Frühling vom Stadtrat abgelehnt worden.

Auf die Anfrage der az bei der Stadt Brugg, inwiefern sich der Stadtrat mit einer Änderung des Parkplatz-Regimes in der Altstadt beschäftigt habe, antwortet der Chef der Regionalpolizei (Repol) Brugg, Heiner Hossli. Er sagt: «Das Verkehrsregime in der Altstadt Brugg ist in enger Zusammenarbeit zwischen Gewerbe und Bewohnern geschaffen worden und besteht seit Oktober 2004.» Das heutige Regime biete eine Ausgewogenheit für Kurz- und Langzeitparkierer an. «In maximal 5 Gehminuten sind auf engem Raum alle Parkierungsmöglichkeiten vorhanden», so der Repol-Chef. Jedes Restaurant in der Altstadt ist vom Parkhaus Eisi aus in maximal 5 Gehminuten erreichbar. «So eine kurze Distanz ist für alle Altstadtbesucher zumutbar», betont Hossli. Im Vergleich mit anderen Städten bilde Brugg mit dem vorhandenen Altstadt-Verkehrsregime auch keine Ausnahme. Der Stadtrat sei daher der Ansicht, eine kundenfreundliche Lösung zu bieten.