Brugg

Eine Bahnlinie durch die Altstadt? – Ja, das gibt es!

Der Brugger Modelleisenbahn-Club BMC lässt Häuser detailgetreu nach dem Vorbild der Brugger Altstadt herstellen.

Auf der einen Seite steht das liebevoll gefertigte Amtshaus im Miniaturformat, samt der Glocke zuoberst auf dem Dach und der markanten Uhr auf der Vorderseite. Schräg gegenüber befindet sich das Stadtmuseum, samt dem Schriftzug auf der Fassade, dem schmucken Türmchen und dem Brugger Wappen über dem Eingang.

Auch die Nachbargebäude sind detailgetreu nachgebildet. Einzig der Zug, der unter dem Torbogen durchfährt, den gibt es so nicht in Wirklichkeit. Aufgebaut ist das Ensemble auf der Anlage des Brugger Modelleisenbahn-Clubs BMC. Am kommenden Wochenende ist diese zu bestaunen im Rahmen der öffentlichen Vorführung.

Die Gebäude hätten zwar etwas gekostet. «Aber sie sind sehr schön geworden», sagt Klubmitglied Robert Michel strahlend bei einem Augenschein im Dachgeschoss des Kornhauses. Dort in der Unteren Hofstatt – über dem Sitz von Regionalpolizei, Zivilstandsamt und Bezirksgericht – befindet sich seit Mitte der Siebzigerjahre das Domizil des Brugger Modelleisenbahn-Clubs BMC.

Ein Hersteller aus Polen überzeugte mit seinem Angebot

Angefertigt wurden die Brugger Altstadthäuser von einem Spezialisten in Polen. Dieser hielt sich bei der Herstellung in erster Linie an Fotos und konnte zurückgreifen auf seine reiche Erfahrung sowie auf moderne Technik mit einem Laserschneider.

Die erste Häuserzeile wurde direkt in Polen abgeholt, die zweite konnte am Wochenende in Friedrichshafen in Empfang genommen werden, wo eine grosse Modellbau-Ausstellung stattfand. Bei der Wahl der Firma sei einerseits die Kostenfrage ausschlaggebend gewesen, andererseits der Umstand, dass der Hersteller selber ein Eisenbähnler sei, führt Michel aus. «Man kennt sich untereinander.»

Die Idee, die grosse Modelleisenbahnanlage mit Häusern nach dem Vorbild der Brugger Altstadt zu versehen, habe schon einiger Zeit bestanden, fährt Michel fort. In aufwendiger Handarbeit aber hätte die Herstellung sehr lange gedauert. «Als der Kontakt zum Spezialisten zustande kam und dieser uns ein Angebot unterbreitete, mussten wir nicht lange zögern.» In Auftrag gegeben wurden die Häuser, nach dem Entscheid der Generalversammlung im letzten Jahr. Aufgewendet wurden bisher rund 12 000 Euro. Über den Betrag für die noch fehlenden Gebäude, folgen soll unter anderem das «Rote Haus», wird die nächste Generalversammlung entscheiden.

Der Brugger Modelleisenbahn-Club BMC baut und betreibt eine Anlage in Spur 0 sowie 0 m (Massstab 1:45) und eine Tinplate-Anlage, eine Blecheisenbahn, wie sie früher in den Kinderzimmern stand. Rund 1000 Meter Gleise wurden mittlerweile verlegt.

Zweimal pro Woche treffen sich die Mitglieder, um an Landschaften und Liegenschaften, Fahrzeugmodellen oder Steuerungen zu arbeiten und sich über das gemeinsame Hobby auszutauschen. Unter ihnen sind Ingenieure genauso wie Mechaniker oder Juristen. Der 73-jährige Michel war in seinem Berufsleben als Konstruktionsleiter tätig.

Neuste Technik macht vor Modelleisenbahnen nicht Halt

Die Digitalisierung macht auch vor dem Brugger Modelleisenbahn-Club BMC nicht Halt, erklärt Michel. Neu ist eine Spur komplett digitalisiert worden, was mit der entsprechenden Software viele zusätzliche Möglichkeiten eröffnet – und Spielereien erlaubt, wie er anfügt.

Der Club hofft, dank dieser Technologie vermehrt Jüngere für den Modellbau begeistern zu können. «Viele von uns sind mittlerweile etwas grau geworden», sagt Michel mit einem Lachen. Er selber gehört zu den Gründungsmitgliedern.

An der öffentlichen Vorführung – zu der jedermann eingeladen ist – wird die Anlage in Betrieb sein und es kann der Baufortschritt präsentiert werden. Ein Höhepunkt sind – selbstverständlich – die Modellhäuser nach dem Vorbild der Brugger Altstadt.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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