Brugg

Eine Ausstellung zeigt lebensfrohe Szenen in melancholischen Farbtönen

Die Künstlerin Elsbeth Ziegler-Tanner erzählt den Besuchern der Vernissage, wie ihre Bilder zustande gekommen sind.

Die Künstlerin Elsbeth Ziegler-Tanner erzählt den Besuchern der Vernissage, wie ihre Bilder zustande gekommen sind.

Die Ausstellung der Künstlerin Elsbeth Ziegler-Tanner zeigt Genre-Bilder mit Szenen aus dem alltäglichen Leben. Die Liebe zum Schenkenbergertal ist in vielen Bilder sehbar.

Eine tänzerische, verspielte Melodie klingt am Samstagabend aus dem Atelier Pianissimo in der Brugger Altstadt. Die Menschen stehen dicht beieinander, um dem «Duo Simpa» zu lauschen. Grund des Zusammenkommens ist jedoch ein anderer: Die Künstlerin Elsbeth Ziegler-Tanner stellt zurzeit ihre Bilder aus.

Eintauchen in Erinnerungswelt

Eine verträumte Landschaft, Menschen bei der Kartoffelernte, ein Blick auf die wolkenumhangene Ruine Schenkenberg – die Bilder von Elsbeth Ziegler-Tanner lassen einen in eine Erinnerungswelt eintauchen, wie sie detaillierter und feiner nicht hätte aufgezeichnet werden können.

Es sind Geschichten aus ihrer Kindheit, Szenen aus der Region Schaffhausen, wo sie aufgewachsen ist und als Lehrerin gearbeitet hat. Und es sind Momente, die sie mit ihren Enkeln hier in Brugg erleben durfte – das Jugendfest in der Brugger Altstadt, tanzende Kinder in der Schützenmatt.

«Ich brauche nicht viel zum Malen. Eine Barockkommode, Holz, Acrylfarbe – und klassische Musik im Hintergrund», verrät Ziegler. Je nach Stimmung sei es Schubert, Mozart oder Bach.

Die tänzerische Melodie des Klaviers (Simone Rüedi) und die melancholischen Klanglinien des Cello (Pierre-Alain Pignolet) zauberten an der Vernissage mit Schubert und Raff eine Stimmung, wie sie in Zieglers Atelier zu erleben sein mag.

Auf keinem ihrer Bilder ist der Himmel stahlblau. «Ich mag keine grellen Farben», sagt Ziegler, «auch an mir selber nicht.» Die Künstlerin strahlt eine Bescheidenheit aus, obwohl ihr malerisches Können sich in jeder einzelnen Figur auf den Bildern spiegelt. Traditionen und Brauchtum sind wiederkehrende Motive in ihren Werken. «Brauchtum fasziniert mich. Es ist etwas Urtümliches dabei, etwas Tiefsinniges. Ich finde es wichtig, dass man dies weiter pflegt», sagt Ziegler.

Die Liebe zum Schenkenbergertal

Das Schenkenbergertal scheint die Künstlerin besonders zu inspirieren: «Es ist mein liebstes Tal. Die Landschaft ist ganz ähnlich wie in Schaffhausen, weil es auch am Ende des Juras liegt. Und das erinnert mich an meine Kindheit», sagt Ziegler. In ihren Augen spiegelt sich ein innerliches Leuchten, während sie leidenschaftlich erzählt.

Nicht umsonst vielleicht, dass all ihre Bilder, trotz lebensfroher Szenen, etwas Melancholisches in sich tragen. «Ich musste von Schaffhausen nach Brugg kommen», berichtet Ziegler. Sie betont das Müssen.

Sie habe lange gebraucht, bis sie hier im Aargauischen Fuss gefasst hatte. «Aber als ich am Fenster stand und am Jugendfestabend der Heimzug an meinem Haus vorbeizog, da wusste ich, dass ich in Brugg angekommen bin.»

Ausstellung im Atelier Pianissimo, Hauptstrasse 50 in Brugg. Bis 30. November jeweils Mittwoch und Freitag 14 bis 19 Uhr, Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 11 bis 16 Uhr.

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