Windisch
Eine Ära geht zu Ende: Strebel-Haus wird nach 400 Jahren abgerissen

Das historische Wohnhaus Strebel in Windisch muss nach rund 400 Jahren dem Alterszentrum weichen. Das Innere ist längst ausgehöhlt. Heute sollen die Bagger den Rest erledigen.

Andreas Gregr
Drucken
Teilen

Andreas Gregr

Für das Strebel-Haus in Windisch hat das letzte Stündlein geschlagen: Das Gebäude, um 1600 erbaut, wird abgerissen. Bereits seit einiger Zeit ist das Haus nicht mehr bewohnbar. Die Ziegel wurden ebenso wie die Fenster entfernt, das Innere ist längst ausgehöhlt. Heute sollen die Bagger den Rest erledigen.

Das Strebel-Haus fällt gewissermassen dem ehrgeizigen Umbauprojekt des Alters- und Pflegezentrums Lindenpark zum Opfer: Seit September 2013 ist die Erweiterung im Gange, der Osttrakt «Reuss» wurde inzwischen realisiert und bezogen, ebenso der Gebäudetrakt «Aare», der ab Ende 2014 saniert wurde. Am Neubau «Limmat» wird derweil noch gearbeitet. Bis Ende Jahr soll das Untergeschoss des neuen Trakts aber bereits bezogen werden können. Der Abschluss der kompletten Erweiterung ist auf Mitte nächstes Jahr terminiert. Bauleiter Bruno Schürpf zeigt sich zuversichtlich, dass dieses Ziel auch erreicht wird: «Wir sind im Zeitplan», erklärt der 48-Jährige.

Wohnhaus, Museum und Büro

Bevor das Strebel-Haus temporär zum Baustellenbüro umfunktioniert wurde, diente es noch bis im Januar 2013 als gewöhnliches Wohngebäude. «Damals lief der Vertrag mit dem Mieter aus, weshalb dessen Auszug auch völlig unproblematisch ablief», erklärt Schürpf. «Es war schon lange klar, dass es demnächst abgerissen werden muss.» Dementsprechend hält sich die Wehmut um das Strebel-Haus beim Bauleiter auch in Grenzen.

Zwischenzeitlich avancierte das Haus sogar zum provisorischen Museum: Da während den Arbeiten am Alterszentrum die römische Wasserleitung, eine Attraktion des Legionärspfads, ein Jahr lang nicht zugänglich war, fand man im Strebel-Haus einen geeigneten Ersatz. Kurzerhand brach man den Parkettboden auf und legte dadurch die Römerleitung, die das Gebäude unterquert, frei.

Nun aber ist endgültig Schluss: Auf dem Areal, wo das Haus heute steht, werden sich der Anlieferungsbereich, die Parkplätze und der Haupteingang des Alters- und Pflegezentrums befinden.

Ein Teil des historischen Wohnhauses bleibt der Nachwelt allerdings erhalten: Das Jahresschild wird im Vindonissa-Museum ausgestellt sein – damit das Strebel-Haus nach rund 400 Jahren auch nicht in Vergessenheit gerät.