Brugg
Ein Wiederhören mit den Chaarts in der Stadtkirche? Hoffentlich!

Das Herbstkonzert mit den Chamber Aartists und dem Geiger Sebastian Bohren in der Brugger Stadtkirche soll kein einmaliges Erlebnis gewesen sein. Bohren will regelmässig Konzertee mit international erfolgreichen Musikern in Brugg organisieren.

Elisabeth Feller
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Der Brugger Geiger Sebastian Bohren (Fünfter von links) mit den erstmals in der reformierten Stadtkirche auftretenden Chamber Aartists (Chaarts).

Der Brugger Geiger Sebastian Bohren (Fünfter von links) mit den erstmals in der reformierten Stadtkirche auftretenden Chamber Aartists (Chaarts).

Michael Hunziker

Erst vier Jahre alt sind die Chamber Aartists – und schon haben sie sich unter ihrem Kürzel Chaarts in Windeseile einen Namen gemacht. Ihr Rezept: Sie engagieren exquisite Kammermusiker aus der Schweiz und Europa und touren mit wechselnden Besetzungen im In- und Ausland. Beim Boswiler Sommer sind die Chaarts Stammgäste: Eben dort wird 2015 ein Musiker Festivalartist, der in Brugg aufgewachsen ist – Sebastian Bohren. Der Geiger hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich, die den 26-Jährigen heute als reifen Musiker ausweist.

Seit Jahren organisiert Bohren in der reformierten Stadtkirche Brugg Konzerte. Dass er die Chaarts, bei denen er selbst spielt, für ein Herbstkonzert unterm Titel «Nachtmusik» gewinnen konnte, ist ein Coup. Wenn nicht alles täuscht, soll es nicht bei diesem erstmaligen Auftritt bleiben. Schön wärs, wenn das in Brugg elfköpfige Ensemble wiederkäme und dabei abermals ein Programm mit sich führen würde wie am Sonntag.

Ausgeklügeltes Programm

Werke von Antonio Vivaldi, Martin Wettstein, Srdjan Vukasinovic, Wolfgang Amadé Mozart und Peteris Vasks – das mutet nach einem Gemischtwarenladen an, der nach dem Motto funktioniert: «Für jeden etwas.»

Mitnichten. Das Programm ist ausgeklügelt und vor allem so konzipiert, dass es die Stärken des Streicherensembles hervortreten lässt, als da sind: Ein leuchtender schlanker Klang; ein fabelhafter rhythmischer Drive sowie eine Spielfreude, die dem Konzertbesucher unwillkürlich ein Lächeln entlockt.

So viel Spass war nie, zumal dann, wenn der Akkordeonist Srdjan Vukasinovic in Wettsteins «Mahlstrom» ein aberwitziges virtuoses Feuerwerk abbrennt, das in Vukasinovics Komposition «Dans» noch getoppt wird. Lächeln im Zusammenhang mit Vasks «Vox Amoris» für Solovioline (Sebastian Bohren) und Streichorchester? Sicherlich, aber nur unter Tränen. Mit dem Violinisten erlebt der Hörer unterschiedliche Empfindungen von zartem Aufblühen bis zu offener Leidenschaft – Bohren spielt das schlicht wunderbar. Was könnte danach noch folgen ausser ... Johann Sebastian Bachs «Air».