Brugg

Ein WC-Besuch mit äusserst unangenehmen Folgen

Nach dem Münzeinwurf konnte die Frau die Tür zum besetzten WC am Gleis 1 öffnen.

Nach dem Münzeinwurf konnte die Frau die Tür zum besetzten WC am Gleis 1 öffnen.

Als eine Frau auf dem Bahnhof die Toilette betritt, stösst sie auf einen fremden Mann und erschrickt. Doch warum konnte sie das gemeinsame WC überhaupt öffnen?

«Ich kenne in ganz Europa keinen Bahnhof mit ähnlichen Zuständen», empört sich ein Brugger Einwohner, der die Begebenheiten am Bahnhof seit Jahren genau beobachtet. Dann erzählt der 82-Jährige, was seiner 15 Jahre jüngeren Ehefrau vor wenigen Tagen auf dem WC beim Gleis 1 widerfahren ist. Weil auf dem Münzautomaten nicht erkennbar war, dass sich bereits jemand auf der Toilette befindet, warf seine Frau einen Franken ein und betrat den besagten Raum.

Ehemann stand Wache

Mit Schrecken habe sie dann allerdings festgestellt, dass sich bereits ein Mann auf der Toilette befand. Seit das Damen-WC eliminiert wurde, gibt es bei der oberirdischen Anlage nämlich nur noch eine Toilette (inklusive Pissoir) für Männer und Frauen. Der Ehemann nahm sich daraufhin der Sache an. «Ich hatte die noble Aufgabe, allfällige WC-Kunden darauf hinzuweisen, dass sich bereits eine Person im Raum aufhält», erzählt der Brugger weiter. Denn der Münzapparat habe auch dann nicht reagiert und «besetzt» angezeigt, als man von innen die Türe schloss. Der Ehemann schickte daraufhin zwei Männer zur WC-Anlage in der Unterführung.

Bisher keine Reklamationen

Der Senior erachtet es grundsätzlich als eine Zumutung, dass am Gleis 1 für die Reisenden lediglich eine Toilette zur Verfügung steht. Da, wo jeden Tag 10 000 Bahn- und Postautokunden ein- und aussteigen. Früher hätten es sich die SBB noch leisten können, den Kunden ein Damen- und ein Herren-WC anzubieten. «Ich hoffe nicht, dass eines Tages eine Frau in der WC-Anlage sexuell belästigt wird, nachdem der Automat offenbar seine Tücken hat», sagt der Brugger.

Laut den SBB ist die Toilettentür nicht defekt. Das WC am Gleis 1 sei seit etwas über vier Jahren mit diesem Münzautomaten ausgestattet und dazu habe es bisher keine Reklamationen gegeben, sagt SBB-Mediensprecher Reto Schärli. «Wir gehen davon aus, dass der Mann, der sich im WC befand, die Türe nicht geschlossen hatte.» Das könne theoretisch auf jeder Toilette – auch im Zug – passieren, sei aber verständlicherweise äusserst unangenehm, betont Schärli.

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