Bözberg
Ein Vierteljahr nach der Brandkatastrophe: «Das macht Mut für den Wiederaufbau»

Schon sind fast vier Monate vergangen, doch die Solidarität in der Bevölkerung hält an. Reto und Alice Huber sagen, wie es ihnen nach dem Hausbrand geht – die Musikgesellschaft lädt zum Konzert.

Claudia Meier
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Das Einfamilienhaus mit Scheunenanbau im Ortsteil Kirchbözberg wurde beim Vollbrand am 29. September komplett zerstört. CM

Das Einfamilienhaus mit Scheunenanbau im Ortsteil Kirchbözberg wurde beim Vollbrand am 29. September komplett zerstört. CM

Claudia Meier (cm)

Nach der Brandkatastrophe von Ende September im Bözberger Ortsteil Kirchbözberg ist die Solidarität in der Bevölkerung mit den Betroffenen noch immer gross. Zuerst wurde aus dem persönlichen Umfeld mittels einer Spendenaktion Geld für Reto und Alice Huber gesammelt und nun organisiert die Musikgesellschaft Bözberg am kommenden Samstag ein Benefizkonzert für das 42-jährige Ehepaar. Dieses hat beim Brand nicht nur das Dach über dem Kopf, sondern auch die im angebauten Scheunenteil untergebrachte Schreinerei verloren. Die Bewohner waren während des Brands nicht zu Hause; auch die Haustiere blieben unversehrt.

«Das Unglück war für uns ein Riesenschock», sagen Reto und Alice Huber rückblickend. Jetzt gehe es ihnen wieder gut. «Unser Fokus hat sich verschoben auf das Wichtige im Leben.» Hubers hatten grosses Glück und im benachbarten Ortsteil Ursprung sofort eine möblierte Wohnung für zwei Jahre bekommen. Läuft alles rund, wollen sie bis in zwei Jahren in ihr neues Haus in Kirchbözberg einziehen.

Der Betrieb lief nahtlos weiter

Die Brandruine wird zurückgebaut und im Frühjahr soll das Baugesuch für den Neubau aufgelegt werden. Auch das Lager für die Firma soll wieder aufgebaut werden.

Am Samstag gibts Musik und Rösti

Zugunsten von Reto und Alice Huber veranstaltet die Musikgesellschaft Bözberg am Samstag, 12. Januar, ein Benefizkonzert. Ab 16 Uhr steht die Turnhalle Oberbözberg für die Gäste offen. Angeboten werden Rösti mit verschiedenen Beilagen, Bratwurst und Cervelat-Salat sowie Kuchen und Torten. Musikalische Unterhaltung steht um 18 und 20 Uhr auf dem Programm. Der Eintritt kostet 5 Franken und der Reingewinn wird vollständig auf das Konto des Ehepaars Huber gehen, das Ende September innert kürzester Zeit Hab und Gut verloren hat. (CM)

Als Übergangslösung konnte Reto Huber eine Werkstatt in zwei Garagen in Gallenkirch einrichten. «Das war schon ein gutes Gefühl, wieder Regale aufzustellen und ein Lager zu bestücken», sagt der gelernte Zimmermann. Sein auf Holzbau, Dachsanierungen und Dachfenster spezialisiertes Unternehmen konnte Reto Huber nach dem Brand nahtlos weiterbetreiben. Von seinem Pool mit temporären Mitarbeitern wurden ihm Auto und Maschinen zur Verfügung gestellt. Alice und Reto Huber blicken optimistisch in die Zukunft. «Die Arbeitslage ist sehr gut. Bis weit ins Jahr habe ich schon viele tolle Aufträge», freut sich Reto Huber. Die Ehefrau arbeitet Teilzeit in der Altbachmühle in Wittnau und in ihrem Lehrberuf als Floristin.

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13 Bilder
Nachbarn hatten den Brand bemerkt...
...und die Feuerwehr alarmiert.
Trotz Grosseinsatz der Löschkräfte brannte das Haus nieder.
Der Schaden ist enorm.
In Bözberg brannte am Samstagnachmittag ein Bauernhaus komplett nieder. Verletzt wurde niemand.

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Kapo Aargau

Dank der Spendenaktion, zu der über Facebook und die AZ aufgerufen wurde, konnte Reto und Alice Huber auf Weihnachten der Betrag von Fr. 42 622.62 auf ihr Konto überwiesen werden. «Wir waren überwältigt, was für einen Wahnsinnsbetrag wir da erhalten haben. Das Geld möchten wir in den Wiederaufbau investieren, in ein für uns gesundes, nachhaltiges Haus», hält das Ehepaar dankbar fest.

Nicht einfach, Hilfe anzunehmen

Zum von der Musikgesellschaft Bözberg organisierten Benefizkonzert sagen Hubers: «Uns ist es oft nicht recht, was die vielen Leute für uns tun. So viele Gesten des Mitgefühls. Und die Zeit, die sie dafür investieren. Aber es macht uns auch Mut, den Wiederaufbau anzupacken und das Ganze als Herausforderung anzusehen.» Das Ehepaar fühlt sich getragen von der Familie und der Bevölkerung in der Region: «Wir stehen nicht vor dem Nichts, wir haben finanzielle Unterstützung von den Versicherungen.» In vielen Ländern sei das nicht so geregelt. Materielle Werte könne man ersetzen. «Wir sind froh, ist niemandem etwas zugestossen.»

Als mutmassliche Brandursache wurde ein fahrlässiger Umgang mit Resten von Leinöl ermittelt. Die Strafuntersuchung ist noch nicht abgeschlossen.

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