Am 27. Juni werden die Stimmbürger in Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen (BEEH) an vier separaten Gemeindeversammlungen über den Fusionsvertrag abstimmen. Geht es nach dem Resultat einer Bevölkerungsumfrage, soll die zusammengeschlossene Gemeinde «Oberes Fricktal» heissen. Aus den bisherigen Gemeinden werden Ortsteile. Die Postadressen und Postleitzahlen bleiben bestehen.

Im letzten Sommer wurden 2190 Umfragebögen mit vier Wappen- und vier Namensvorschlägen verschickt. Davon kamen 760 Antworttalons zurück. Auf den Namen «Oberes Fricktal» entfielen 359 Stimmen. Für Rebthal sprachen sich 142 Personen aus, für Böztal 135 und für Unterberg 73. Alle anderen eingegangenen Namensvorschläge wurden zwar von der Arbeitsgruppe 8 geprüft, jedoch nicht als geeigneter als der Favorit aus der Umfrage bewertet.

Meinungen gehen auseinander

In den vier Mitberichten der BEEH-Gemeinderäte zum Schlussbericht der Projektgruppe «Abklärungen für einen Zusammenschluss» ist auch der bisher favorisierte Gemeindename ein Thema. «Sehr gut einverstanden erklären» mit dem mittels Umfrage ermittelten Gemeindenamen «Oberes Fricktal» kann sich der Gemeinderat Bözen. Die Meinungen von Kritikern aus der Region und politischen Kreisen, die mit diesem Namen nicht einverstanden sind, habe der Gemeinderat Bözen zur Kenntnis genommen.

Ganz anders tönt es aus Effingen: «Mit dem bereits öffentlich gemachten Namen ‹Oberes Fricktal› ist niemand im Gemeinderat besonders glücklich.» Dieser Name werde von Institutionen wie Feuerwehr oder Abfallverband schon oft benutzt, was zu Konflikten oder Verwechslungen führen könnte. «Der Gemeinderat Effingen ist offen gegenüber weiteren Vorschlägen», heisst es im Mitbericht weiter. Grundsätzlich erachtet die Exekutive die Namensfrage als nicht allzu wichtig, da die Adressen nicht wechseln werden. «Oberes Fricktal» würde in den Pässen stehen und wäre neu Heimatort. «Es ist auch davon auszugehen, dass der Name mit den Jahren an Gewicht gewinnt», fährt der Gemeinderat Effingen fort. Deshalb sei die Namenswahl sorgfältig zu prüfen.

«Verwirrender Begriff»

Eher knapp äussert sich der Gemeinderat Elfingen in seinem Mitbericht. Er würdigt die Arbeit der verschiedenen Arbeitsgruppen und «kann sich mit den erarbeiteten Vorschlägen vollumfänglich einverstanden erklären». Der Gemeinderat Hornussen ist sich bewusst, dass der neue Gemeindename eingehend geprüft wurde und einen langen Findungsprozess durchlaufen hat. Aufgrund externer Stimmen empfahl der Gemeinderat der Arbeitsgruppe, den Namen nochmals zu überprüfen. Die Überprüfung durch den Kanton ergab keine rechtlichen Probleme. Die Projektleitung hält deshalb am möglichen Namen «Oberes Fricktal» fest.

Christian Fricker, Präsident des Planungsverbands Fricktal Regio, spricht über den neuen Gemeindenamen von einem «verwirrenden, weil bereits für etwas anderes besetzten Begriff». Der Name «Oberes Fricktal» sei zwar nicht klar definiert, doch in etwa gleichbedeutend mit dem Bezirk Laufenburg plus die Gemeinden des Bezirks Brugg bis zum Jurakamm und dem Bözberg. Fricktal Regio habe nach Bekanntgabe dieses Namens das Gespräch mit Vertretern vom BEEH-Projektausschuss gesucht. Etwa mit Gemeindeammann Robert Schmid von Bözen, der bei Fricktal Regio im Vorstand ist. Fricker hofft, dass in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen ist und sich die Projektverantwortlichen – «nach einer Zusatzschlaufe» – für einen anderen Namen entscheiden werden.

«Dieser Name stört mich nicht», sagt Kommandant Marco Bürgi von der Feuerwehr Oberes Fricktal, zu der neben BEEH auch Zeihen gehört. Wichtiger als der Name sei die Zusammensetzung der Feuerwehrkommission, so Bürgi.