Die Gemeinde Hausen lanciert eine Umfrage zum Thema Körperschall, fragt, wer aktuell wo genau und wie oft betroffen ist. Verursacht wird der Körperschall durch die vorbeifahrenden Eisenbahnzüge. Es kommt zu Schwingungen, die über den Boden auf die Gebäude – über die Fundamente und die Wände auf die Wohnräume – übertragen werden. Die Bewohner nehmen Vibrationen oder einen hörbaren Luftschall wahr.

Das Geräusch – ein tiefes Brummen – sei zwar nicht unbedingt laut, könne aber extrem störend sein, sagt Heiko Loretan, Leiter der zuständigen Abteilung beim kantonalen Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU), gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF. «Das ist ein schwieriges Problem.»

Thema existiert seit Neunzigern

Im Mitteilungsblatt «Hausen aktuell» weist der Gemeinderat darauf hin, dass seitens der Gemeinde seit Jahren ein Verfahren läuft betreffend Körperschall-Immissionen. Das Thema existiere nicht erst seit gestern, sondern schon seit Mitte der Neunzigerjahre, als die Doppelspur durch Hausen in Betrieb genommen wurde, so Gemeinderat Harry Treichler.

Anfang 2010 hatte das Bundesamt für Verkehr (BAV) einen Entscheid gefällt. Der Hauptantrag der Gemeinde Hausen – der Einbau von Unterschottermatten, um die Erschütterungen zu reduzieren – wurde allerdings «aus Gründen der Verhältnismässigkeit» abgelehnt. Stattdessen wurden die SBB verpflichtet, dem BAV betreffend einem allfälligen Einbau von sogenannten Schwingungstilgern Bericht zu erstatten und bei den betroffenen Liegenschaften zu realisieren. Oder es sei eine elastische Schwellenbesohlung einzubauen, falls sich eine solche als technisch und betrieblich möglich sowie zur Reduktion von Körperschall und zur Einhaltung der massgebenden Grenzwerte als geeignet erweise.

Hausen hält an Einbau fest

Der Einbau einer elastischen Schwellenbesohlung ist gemäss SBB noch nicht möglich gewesen, führt der Gemeinderat aus. Hausen halte aber nach wie vor an dieser Massnahme fest.

Kurz: «Seit dem Entscheid sind zahlreiche Jahre vergangen», fasst der Gemeinderat zusammen. «Die Situation hat sich unter anderem mit der Eröffnung des Gotthard-Basistunnels wieder verändert respektive den Körperschall verstärkt.»