Brugg
Ein Tibeter übernimmt das ehemalige «Mekong»

Tenzin Dorjee hat sich mit dem Restaurant – überraschend schnell – einen grossen Wunsch erfüllt.

Janine Müller
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Tenzin Dorjee vor seinem Restaurant Taste of Asia an der Aarauerstrasse 50 in Brugg. Die tibetischen Gebetsfahnen flattern im Wind, der Buddha hält eine Khata, einen traditionellen tibetischen Begrüssungsschal.

Tenzin Dorjee vor seinem Restaurant Taste of Asia an der Aarauerstrasse 50 in Brugg. Die tibetischen Gebetsfahnen flattern im Wind, der Buddha hält eine Khata, einen traditionellen tibetischen Begrüssungsschal.

Janine Müller (jam)

Es ist ein Anblick, den man sonst vor allem aus den Bergen des Himalajas kennt: Die bunten tibetischen Gebetsfahnen flattern im Wind, ein Buddha hält eine Khata, einen traditionellen tibetischen Begrüssungsschal. Im ehemaligen Restaurant Mekong ist neues Leben eingezogen.

Per 1. Oktober hat Tenzin Dorjee den Gastrobetrieb übernommen. Neu heisst das Restaurant «Taste of Asia», analog zur Imbissbude, die Dorjee in Aarau im Jahr 2013 eröffnet hatte. Mit dem eigenen Restaurant hat sich der gebürtige Tibeter einen grossen Wunsch erfüllt. Dazu gekommen ist er unverhofft.

Gemeinsam mit seiner Frau war Tenzin Dorjee vor den Sommerferien unterwegs an die Lehrabschlussfeier seines Sohns in Baden. Unterwegs legten sie zum Zmittag einen Stopp im «Mekong» in Brugg ein. Dabei erfuhren sie, dass das Restaurant zu haben ist. Dann ging es plötzlich schnell. Denn lange überlegen musste das Ehepaar nicht, kurze Zeit später war der Vertrag unterschrieben. «Ich wollte schon immer ein eigenes Restaurant eröffnen», sagt Tenzin Dorjee und lächelt.

Gekocht wird neu in Brugg

Bis jetzt betrieb die Familie Dorjee im Sommer das Badi-Restaurant in Bremgarten und im Winter den Imbiss «Taste of Asia» in Aarau. Den Job in der Badi hat Tenzin Dorjee nun aufgegeben, der Imbiss wird weiterbetrieben. Gekocht wird jetzt aber in Brugg, ein Mitarbeiter bringt die Esswaren dann jeweils nach Aarau.

In der Hauptstadt wird Tenzin Dorjee gerühmt. «Tenzin ist der freundlichste Take-away-Inhaber Aaraus», heisst es auf einer Bewertungsplattform. Oder: «Schön, dass es ‹Taste of Asia› gibt. Zum perfekten Essen gibt es einen riesigen Sympathiebonus für den sehr freundlichen Inhaber.» Über derartige Komplimente freut sich natürlich Tenzin Dorjee. Und er ergänzt: «Ich hatte schon namhafte Kunden bei mir, unter anderem die ehemalige Regierungsrätin Susanne Hochuli.»

Angebot behutsam ausbauen

Im «Taste of Asia» in Brugg bietet die Familie Dorjee – wie es der Name des Restaurants sagt – asiatische Spezialitäten an. Von thailändisch, über chinesisch bis zu tibetischen Speisen wie den bekannten Momos, den tibetischen Teigtaschen mit Gemüse- oder Fleischfüllung. Über den Mittag und am Abend gibt es zurzeit ein Buffet.

Ist der Andrang gross, will Tenzin Dorjee das Angebot ausbauen. «Ich will aber behutsam anfangen und nichts überstürzen», sagt er. Er kann sich vorstellen, künftig auch Tischgrill anzubieten. Wichtig ist ihm, dass sich die Gäste wohlfühlen. «Ich möchte hier im ‹Taste of Asia› eine familiäre Atmosphäre schaffen.» Betrieben wird das Restaurant vom Inhaber, seiner Frau und dem Sohn sowie von einem Kollegen.

Der Tibeter kann viel Erfahrung in der Gastronomie aufweisen. So war er unter anderem, bevor er den eigenen Imbiss eröffnete, Koch für asiatische Speisen im bekannten Restaurant Hiltl.

Drei Monate nach der Schliessung des Restaurants Mekong kann in Brugg nun also wieder Neueröffnung gefeiert werden. Die Vorgänger – die vietnamesische Familie Tran – führten das Restaurant 15 Jahre lang. Es waren verschiedene Gründe, unter anderem gesundheitliche, die dazu führten, dass sich die Familie Tran zur Aufgabe des Restaurants entschloss. Ohne den Vater Van Hung Tran wollten die beiden erwachsenen Kinder den Gastronomiebetrieb nicht führen.

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