Brugg
Ein steiler Einstieg für den Brugger Förster Markus Ottiger

Der Forstbetrieb Brugg ist jetzt auch zuständig für den Wald in den Gemeinden Bözberg, Riniken und Villnachern. Durch die Zusammenarbeit vergrössert sich die Waldfläche, die betreut wird, von bisher rund 700 Hektaren auf knapp 1600 Hektaren.

Louis Probst
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Freude über Zusammenarbeit (von links): Förster Alfred Bühler (Gansingen), Gemeinderat Roland König (Villnachern), Gemeindeammann Peter Plüss (Bözberg), Förster Markus Ottiger, Stadtammann Daniel Moser (Brugg), Gemeindeammann Ueli Müller (Riniken) und alt Förster Ruedi Hartmann (Villnachern). lp

Freude über Zusammenarbeit (von links): Förster Alfred Bühler (Gansingen), Gemeinderat Roland König (Villnachern), Gemeindeammann Peter Plüss (Bözberg), Förster Markus Ottiger, Stadtammann Daniel Moser (Brugg), Gemeindeammann Ueli Müller (Riniken) und alt Förster Ruedi Hartmann (Villnachern). lp

Louis Probst

«Der Wald ist ein kostbares Gut», stellt der Brugger Stadtammann Daniel Moser fest. «Er erfüllt verschiedene Funktionen, und er wird unterschiedlich genutzt.»

So verschieden wie die Waldnutzungen – und die Waldformen und Waldbestände – in Bözberg, Riniken und Villnachern auch sein mögen. Seit Anfang dieses Jahres besteht in Sachen Wald zumindest eine Gemeinsamkeit: Die Pflege und die Bewirtschaftung des Waldes in den drei Gemeinden erfolgen jetzt durch den Forstbetrieb Brugg.

«Zeichen guter Zusammenarbeit»

Die Zusammenarbeit basiere auf einem ehrgeizigen Projekt, das innerhalb eines Jahres habe umgesetzt werden können, stellt Daniel Moser fest. Ausgelöst worden ist die Zusammenarbeit auf forstlichem Gebiet durch den Weggang von Förster Christian Müller im Forstbetrieb Villnachern, der die Waldungen von Villnachern, Riniken und einem Teil der früheren Bözberggemeinden betreut hat. «Der Forstbetrieb Brugg mit seinem bewährten Team hat Vorschläge für die Beförsterung dieser Waldungen gemacht», so Daniel Moser. «Wir freuen uns über die gute Lösung, die gefunden werden konnte. Eine Lösung, die auch ein wichtiges Zeichen für eine gute Zusammenarbeit in partnerschaftlichem Sinne ist.»

Die Zusammenarbeit mit dem Forstbetrieb Brugg sei eine gute Lösung für alle, betont auch Gemeinderat Roland König, der in Villnachern unter anderem für das Ortsbürgerwesen und den Wald zuständig ist. Roland König: «Wir haben nach einer zukunftsgerichteten Lösung gesucht. Dabei war es uns auch wichtig, dass bisherige Mitarbeiter weiter beschäftigt werden können.»

Etwas komplizierter war die Situation in den früheren Bözberggemeinden. «Wir hatten drei Förster auf dem Bözberg», sagt Gemeindeammann Peter Plüss. «Neben dem Forstbetrieb Villnachern haben auch der Forstbetrieb Gansingen mit Förster Alfred Bühler und der Forstbetrieb Homberg-Schenkenberg mit Förster Rolf Treier den Wald auf dem Bözberg betreut. Durch den Zusammenschluss der Bözberggemeinden mussten sich auch die Ortsbürgergemeinden finden. Anstelle von drei Forstbetrieben ist jetzt noch einer zuständig. Daraus entstehen sicher Synergien.»

Auch der Riniker Gemeindeammann Ueli Müller freut sich über die Zusammenarbeit – und gibt zu bedenken, dass sich der Werkhof des Forstbetriebes Brugg auf Riniker Boden befindet.

Von 700 auf knapp 1600 Hektaren

«Für mich war es ein steiler Einstieg», stellt Förster Markus Ottiger fest, der als Nachfolger von Ruedi Harisberger seit einem Jahr den Forstbetrieb Brugg leitet. Immerhin hat sich durch die Ausdehnung der Zusammenarbeit auf die Gemeinden Bözberg, Riniken und Villnachern die Waldfläche, die betreut wird, von bisher rund 700 Hektaren auf knapp 1600 Hektaren vergrössert.

«Wir sind im Forstbetrieb Brugg in der glücklichen Lage, von der Infrastruktur, von den Bedingungen und vor allem vom sehr gut eingespielten Personal her, über eine gute Ausgangslage zu verfügen», betont Markus Ottiger.

Von den Jurahöhen bis zur Aare

Das Gebiet, in dem der Forstbetrieb Brugg tätig ist, reicht von der Bürersteig im Norden bis nach Scherz im Süden, und von Lauffohr im Osten bis zum Sagenmülital am Bözberg im Westen. Betreut wird eine Waldfläche von insgesamt 1586 Hektaren. Davon sind 1153 ha öffentlicher Wald und 433 ha Privatwald. Rund 124 Hektaren oder 8 Prozent der Gesamtfläche entfallen auf Flächen, auf denen der Naturschutz Vorrang hat, wie etwa Altholzinseln oder lichte Bestände. «Damit», so Markus Ottiger, «kommen wir dem Ziel des Naturschutzprogramms Wald des Kantons recht nahe.»

Betreut wird der Wald der Gemeinden Brugg, Bözberg, Riniken, Scherz und Villnachern. Grösster Waldeigentümer innerhalb des Forstreviers ist die Ortsbürgergemeinde Brugg mit insgesamt 614 Hektaren, wobei sich diese Fläche auf Standorte in rund einem Dutzend Gemeinden verteilt. An Privatwald werden in Brugg 25 ha betreut. Auf die Gemeinde Bözberg entfallen 158 ha Ortsbürger- und 277 ha Privatwald; auf Villnachern 155 ha Ortsbürger- und 76 ha Privatwald; auf Riniken 117 ha Ortsbürger- und 16 ha Privatwald und auf Scherz 86 ha Ortsbürger- und 5 ha Privatwald. Der Forstbetrieb Brugg betreut zudem Wald der Einwohnergemeinde Villnachern (0,4 ha), des Waffenplatzes Brugg (7 ha), der Bad Schinznach AG (16 ha), des Staates Aargau (v. a. Auenwald) (18 ha) sowie der Autobahn A3 (7 ha).

Die Bewirtschaftung erfolgt gemäss den Betriebsplänen, wobei die heute drei Betriebspläne für den Wald in der Gemeinde Bözberg durch einen Plan abgelöst werden dürften. Der gesamte Hiebsatz beträgt zwischen 12 000 und 15 000 Kubikmetern. Für die Erfüllung der Aufgaben – neben der Bewirtschaftung der Waldungen führt der Forstbetrieb Brugg auch Arbeiten für Dritte durch – steht Betriebsleiter Markus Ottiger und seinem Stellvertreter Ruedi Graf ein Team mit vier Forstwarten, drei Lehrlingen und einer Verwaltungsangestellten zur Verfügung.