Jedes Jahr am zweiten Samstag im März schlägt für junge Musikerinnen und Musiker im Volksschulalter aus den Bezirken Brugg, Zurzach und Laufenburg die Stunde der Wahrheit: Sie treten am Förderwettbewerb Prix Rotary vor Publikum auf und präsentieren sich einer Jury aus erfahrenen Musikpädagogen.

Für verschiedene Teilnehmende ist der Prix Rotary, der dieses Jahr zum zwanzigsten Mal organisiert wurde, zum Sprungbrett geworden für ein späteres Berufsleben als Musiker.

So erspielte sich der aus Remigen stammende 26-jährige Klarinettist Moritz Roelcke zweimal den Prix Rotary und ist heute als freier Berufsmusiker in der Schweiz und im Ausland tätig. «Die Wettbewerbe waren meine ersten Ernstsituationen. Ich habe gelernt, mich so zu fokussieren, dass ich eine Jury überzeugen konnte», sagt Roelcke.

Moritz Roelcke hat seine Leidenschaft gefunden und sagt: «Ich will gesund und ausdauernd bleiben, sonst könnte ich nicht Klarinette spielen.»

Moritz Roelcke hat seine Leidenschaft gefunden und sagt: «Ich will gesund und ausdauernd bleiben, sonst könnte ich nicht Klarinette spielen.»

Erwin Hort war Initiant

Initiant des Wettbewerbs war 1999 der Zurzacher Unternehmer Erwin Hort, Mitglied des Rotary Clubs Zurzach-Brugg. Er begeisterte seinen eigenen Club sowie den Rotary Club Brugg-Aare-Rhein für die Idee eines musikalischen Förderwettbewerbs. 2006 stiess der Rotary Club Laufenburg-Fricktal zur Trägerschaft. «Das Engagement für die Musik, das diese jungen Leute leben, das ist für mich phänomenal», zieht der heute 88-jährige Hort Bilanz zum zwanzigsten Jubiläum.

Teilnahmeberechtigt sind Schülerinnen und Schüler im Volksschulalter der Musikschulen der drei Bezirke Zurzach, Brugg und Laufenburg. Im Turnus ist der Wettbewerb für verschiedene Instrumente und Formationen ausgeschrieben, dieses Jahr waren es Gitarre, Streichinstrumente und Duos. Pro Jahr waren es bisher jeweils zwischen 20 und 50, über die Jahre also mehrere hundert junge Menschen, die vor der fachkundigen Jury ihr Können zu Gehör bringen konnten.

Der Brugger Flötist und heute pensionierte Musiklehrer Masaya Higashigaito ist seit Anbeginn musikalischer Leiter des Wettbewerbs. Für ihn bietet der Prix Rotary eine einmalige Möglichkeit, dass sich musikbegeisterte Kinder und Jugendliche einer wohlwollenden Jury aus Berufsmusikerinnen und -musikern präsentieren können und auch Tipps für die eigene Entwicklung erhalten.

Talente werden gefördert

Natürlich könnten nicht alle Teilnehmenden in die Ränge kommen, aber, so Higashigaito: «Wer mitmacht, der hat schon gewonnen.» Oder anders gesagt: Der Weg ist das Ziel. Und die Enttäuschung, wenn es nicht gereicht hat, kann zu neuer Motivation führen.

Dem stimmt Markus Hauenstein zu. Er hat als Blasmusiklehrer an den Musikschulen im Zurzibiet schon mehrfach Schüler zu Prix-Rotary-Ehren gecoacht, allen voran 2014 das Euphonium-Duo Elais Mühlebach (Tegerfelden) und Sandro Hutter (Würenlingen). «Es ist nicht nur die Herausforderung, vor Jury und Publikum zu spielen, sondern der fast noch grössere Nutzen liegt in der Vorbereitungsphase», sagt er. Positiv sei die regionale Beschränkung des Wettbewerbs – es sei noch nicht die grosse Bühne, aber man könne sich messen mit Gleichgesinnten.

Brugger sind am Prix Rotary immer gut vertreten

Ein Blick ins Archiv des Prix Rotary zeigt, dass Schülerinnen und Schüler der Musikschule Brugg immer sehr gut vertreten waren. Beim Prix Rotary am letzten Wochenende in Bad Zurzach stammten sogar alle Teilnehmenden aus der Musikschule im Simmengut. Dies ist das Resultat einer bewussten Förderung von Talenten durch Musikschulleiter Jürg Moser und die Lehrpersonen der Schule.

Die Musikschule Brugg biete ein Umfeld, das Kinder und Jugendliche zu Leistung ansporne. «Leistung ist nichts Negatives, auch in der Musik nicht!», sagt Moser.