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Ein Sommertag mit Scirocco

Strandleben mit Scirocco - am Horizont tanzen die Kytesurfer.

Shirocco

Strandleben mit Scirocco - am Horizont tanzen die Kytesurfer.

Die Luft ist warm, feucht und riecht nach Meer. Der Wind peitscht weisse Schaumkronen gegen den Strand. Nächste Nacht wird keine Wäsche trocken. Der Himmel ist wolkenlos blau. Kurz: wir haben Scirocco.

Mittwoch, 13. Juni. Beliebt ist er nicht, der Scirocco, hier im Golf von Taranto. Der Südwind bringt Schwüle und spült Schmutz an den sonst so sauberen, langen Sandstrand von Torre Lapillo. Aber er sorgt auch für eine besondere Stimmung. An den Salvataggio-Türmen flattern die roten Fähnchen nervös im Wind. Nur die Jugend ist trotzdem im Wasser, wirklich gefährlich sind die schnellen, kurzen, gischtgekrönten Wellen kaum, aber die Kinder dürfen nicht, und die Erwachsenen wollen nicht ins Wasser. Der Strand ist leerer als an anderen Sommertagen.

Wie ein Strandgemälde

Vor der Küste von Porto Cesareo tanzen die Schirme der Kytesurfer über den Wellen. Wie eine Schar aufgeschreckter träger Vögel umkreisen sie sich scheinbar ohne Sinn und ohne Regeln. Die Surfer selbst sind auf diese Distanz gar nicht zu sehen, was den Tanz der grellbunten Schirme noch malerischer und mysteriöser erscheinen lässt. Ganz anders wirken aus dieser Distanz die Windsurfer. Als silbrige spitzwinklige Dreiecke flitzen sie vor der Wasserkante hin und her.

Das Meer zeigt heute eine besondere Farbpalette: Trotz des blauen Himmels dominieren nun die Grüntöne vom hellen Gelbgrün des seichten Badeufers bis zum dunklen Türkis in der Ferne.

Auch das Bild der hier stets zahlreichen dunkelhäutigen Strandverkäufer ist heute anders. Eine junge schwarze Schmuckverkäuferin präsentiert ihre «Kostbarkeiten» der weiblichen Jugend mit bewundernswerter Ausdauer bevor sie den Schmuckkorb wieder auf den Kopf hievt und mit bunten, wild-wehenden Gewändern anmutigen Schrittes weiter zieht. Die jungen Männer unter den Türmen von bereits aufgeblasenen Schwingringen, Luftmatratzen und farbigen Schwimm-Fabeltieren kämpfen mehr oder weniger erfolgreich gegen den starken Seitenwind und die weissgewandeten Inder versuchen mit wenig Erfolg ihre Henna-Tatoos an den Mann resp. die Frau zu bringen.

Nächstens wird der Wind drehen. Bei «Tramontana» wird es dann trocken und heiss - und wieder lebhafter am Strand.

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