Hausen
Ein Solestreuer erobert in Hausen die Strassen

Dieses Jahr benutzt Werkhofleiter Beat Zettel zum Entsalzen der Strassen Sole anstelle von Salz – und schont damit die Umwelt. Mit Sole zu salzen verbraucht drei Mal weniger Salz, als wenn man es pur verwendet.

Erina Allmendinger
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Der Solestreuer von Hausen – klein, aber wirksam.

Der Solestreuer von Hausen – klein, aber wirksam.

Zur Verfügung gestellt

«Sole ist umweltfreundlicher, billiger und kann gezielter verteilt werden als Salz», sagt Zettel. Er verwendete die Salzlösung Ende Oktober zum ersten Mal. Sole ist die Flüssigkeit, die bei der Gewinnung von Salz aus Salzwasser zurückbleibt. Mit Sole zu salzen verbraucht drei Mal weniger Salz, als wenn man es pur verwendet: Auf 1000 Liter Wasser kommen 210 Kilogramm Salz. Ausserdem lässt sich die Lösung viel besser verteilen. Der herkömmliche Salzstreuer streut das Salz seitlich mithilfe eines Tellers. Dieser lässt sich nur ungenau einstellen: Salz gelangt auch an Orte, wo es nicht hingehört, zum Beispiel in Gärten und belastet so die Umwelt.

Sole nur für schneefreie Strassen

Der Werkhofleiter verwendet den Hausener Solestreuer vor allem auf kleineren Strassen und Wegen. «Weil die Verteilfläche mit 1,20 Metern Breite ziemlich klein ist, würde das Salzen auf grösseren Strassen ewig dauern», sagt er. «Aber mit dem kleinen Gefährt kommt man wenigstens überall durch.» Die Wirkung der Sole zeigt sich viel schneller als die des Salzes, da es in der Sole schon gelöst ist.

Ein Nachteil ist jedoch, dass man sie nur benutzen kann, wenn es kein oder nur sehr wenig Schnee auf der Strasse hat. «Salz kommt durch fünf Zentimeter Schnee hindurch», sagt Zettel. «Die Sole aber mischt sich mit dem Schnee und damit wird die Salzkonzentration für ein gutes Ergebnis zu tief.» Da es in Hausen nur selten Schnee gibt, ist dies kein Problem. Meistens sind die Strassen glatt, weil die Strasse nass ist und das Wasser dann gefriert.

Der Solestreuer wird mittlerweile nicht nur in der Region verwendet. «Grössere Versionen des Geräts werden schon zum Streuen auf Flughäfen und der Autobahn verwendet», sagt Zettel. «Der Solestreuer hat Zukunft - das Streuen wird umweltfreundlicher.» Das Gerät findet auch bei den Passanten Anklang. «Wir haben bis jetzt nur positive Rückmeldungen erhalten», sagt Zettel.