«Schere, Spreizer und Rammzylinder sind Hilfsmittel, die bei der technischen Rettung zum Einsatz kommen», sagt Gilbert Künzi, Chef der Pionierabteilung bei der Feuerwehr Brugg. «Das ist heuer eine Premiere, dass die Besucher mit diesen Gerätschaften arbeiten dürfen», betont er. Verständlich, dass man diesbezüglich bis anhin etwas verhalten war, hat doch die Mini-Schere bereits 10 Tonnen Schneidkraft.

So erstaunt es denn nicht, dass bereits Kinder einem Auto deftig zu Leibe rücken können. Ein Schnitt ins Blech schaffen die Knirpse mithilfe der Feuerwehrmänner problemlos. Für die Zuschauer ein spezielles Erlebnis.

Die Wasserwand an der Aare

Wer an diesem Posten nicht selbst Hand anlegen will, kann dann der Demonstration, wie ein Mensch aus einem Auto befreit wird, beiwohnen. «Im Ernstfall verständigen wir uns mit einer Zeichensprache, bewegen uns nicht hektisch», erklärt Künzi. Das würde sonst für die eingeklemmten Personen nur zusätzlichen Stress bedeuten.

An einem anderen Posten wird demonstriert, wie die Feuerwehr bei einem Zimmerbrand vorgeht. Auch diese Vorführung wird rege verfolgt. Und an der Aare wird gezeigt, wie man eine Wasserwand – etwa zu Schutz des Nachbarhauses – legt. Auch da können die Kinder Hand anlegen, dürfen mit dem Feuerwehrschlauch löschen üben. Einer, der sich das nicht entgehen lässt, ist der 8-jährige Dominic aus Stilli. «Ich freue mich am Feuerwehrtag vor allem aufs Spritzen», meint er denn auch strahlend.

Auch die Fahrzeuge imponieren

Dem 11-jährigen Remo hingegen imponieren vor alle die Feuerwehr-Fahrzeuge, allen voran das Tanklöschfahrzeug. Allerdings ist er nicht nur zum Vergnügen am Feuerwehrtag – er hilft seinem Vater Daniel Hilff von der Feuerwehr Villnachern. Zusammen betreuen sie den Posten «Einsatz mit dem Tanklöschfahrzeug».

Auf ihrer Fahrradtour ist die Familie Piola aus Turgi per Zufall am Feuerwehrtag gelandet. Spontan lassen sich die beiden Buben mit einem Helm einkleiden. So gerüstet, dürfen sie die Wasserspritze bedienen und erst noch im Löschfahrzeug mitfahren. Sehr zur Freude beider.

Ein Posten weiter erfährt man von der Jugendfeuerwehr, was man bei ihnen alles vermittelt bekommt. Zudem laden Büchsenschiessen und andere Spiele zum Mitmachen ein. Gleich nebenan kann man ausprobieren, wie es sich anfühlt, mit einem Atemschutzgerät in ein rauchendes «Haus» zu gehen. Bernhard Pieren und sein 4-jähriger Sohn Gian-Luca gehören zu den Mutigen, die sich so in das mit Rauch gefüllte Zelt begeben. «Die Orientierung wird äusserst schwierig, mit dem Atmen hatte ich jedoch keine Probleme», sagt Pieren. Sogar Gian-Luca hat dieses Abenteuer gefallen.

Auch heuer dürfen am Feuerwehr- und Familientag ein Kranken- und ein Polizeiauto inspiziert werden. Zudem stehen Harassen klettern, Kinderschminken, Memory spielen und Oldtimerfahren auf dem Familienprogramm und auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz.