Brugg-Windisch

Ein saftiges Cordon bleu per Knopfdruck: Mit dieser App erübrigt sich die Bestellung beim Kellner

Die Idee entstand an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch: Mit der App «FastR» kann im Restaurant direkt, bequem und kontaktlos bestellt und bezahlt werden.

Ein saftiges Cordon bleu mit knusprigen Pommes frites, ein knackiger Salat mit frischem Spargel oder eine üppig belegte Pizza: Die Feinschmecker haben sich in Geduld üben müssen in der Coronakrise. Nach langen Wochen sind die Restauranttüren nun wieder geöffnet. Endlich. Mit der Lockerung des Lockdown stehen die Gastrobetriebe allerdings auch vor grossen Herausforderungen. Wie können die Lokale die strengen Vorgaben des Bundes erfolgreich umsetzen, die Hygienemassnahmen korrekt einhalten, gleichzeitig aber die Gäste möglichst schnell bedienen?

Elektronische Menukarte wird automatisch angezeigt

Sie brauchen «FastR», steht für vier Wirtschaftsstudenten der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Brugg-Windisch fest. Unter diesem Namen entwickeln sie eine App, die den Restaurantbesuchern ein selbstständiges Bestellen und Bezahlen via Smartphone ermöglicht. Konkret: Gescannt wird der auf dem Tisch aufgeklebte QR-Code, geladen und angezeigt in der Folge automatisch die elektronische Menukarte. Auf dieser kann das gewünschte Gericht direkt und bequem ausgewählt werden. Beglichen wird die Rechnung dank hinterlegter Kreditkarte bargeldlos. Genauso direkt und bequem – und kontaktlos wohlverstanden. Lange Wartezeiten entfallen und die Namen der Gäste – Stichwort Tracking – sind überdies ebenfalls, wie empfohlen, gleich erfasst.

Hinter «FastR» stehen die 23-jährige Edina Lejlic und die 24-jährige Tanja Matic aus Wohlen sowie die beiden 24-jährigen Ilir Bytyqi und Valmir Veapi aus Birr. «Mit ‹FastR› bieten wir einen Mehrwert für die Restaurants und deren Besucher. Eine optimale End-to-End-Lösung», ist Veapi überzeugt und ergänzt: «Wir versuchen, den traditionellen Restaurantbesuch mit den Vorteilen der Digitalisierung zu kombinieren.» Oder anders ausgedrückt: «Die Prozesse können optimiert werden.»

«Der ideale Zeitpunkt, um zu helfen»

Die Idee für die App kam den Studenten während einer Lernphase für die Semesterprüfungen. Sie fassten Mut und beschlossen, das Vorhaben auch in die Tat umzusetzen. Bei der Fachhochschule Nordwestschweiz werde der Praxisbezug glücklicherweise sowieso grossgeschrieben, halten sie fest und fügen an: «Vor allem jetzt in der Coronakrise ist es der ideale Zeitpunkt, den Restaurants und deren Besuchern zu helfen.» Der Name ist angelehnt an das englische Wort «faster», also «schneller».

Als Herausforderung stellt sich laut den beiden Frauen und Männern die Kommunikation mit den App-Entwicklern heraus, «da wir ‹wirtschaftlich› reden und sie ‹technisch› und wir eine gemeinsame Sprache finden müssen.» Für die Finanzierung haben sie eine Crowdfunding-Kampagne auf www.crowdify.net lanciert. Die erste Etappe mit den angestrebten 3500 Franken für den Prototypen ist so gut wie erreicht. Ziel ist es, am Schluss 10'000 Franken zusammenzubringen.

Mit diesem Gesamtbetrag wird es möglich sein, der App ein persönliches Profil hinzuzufügen. Veapi spricht von einem Zusatznutzen. «Beispielsweise können die Restaurantbesitzer dem Nutzer ein individualisiertes Angebot machen und so ihren Umsatz zusätzlich steigern, um nach der Coronakrise wieder Geld zu verdienen», erklärt er. Zu den nun vorerst anstehenden Schritten, antwortet er auf die entsprechende Frage, gehören Testversuche mit potenziellen Abnehmern.

Mit «FastR», sagen die Studenten unbescheiden, wollen sie die Gastrobranche revolutionieren. Die ersten Reaktionen sind laut Veapi jedenfalls vielversprechend. Erfolgreich unterwegs sind die vier Studenten auf den Social-Media-Plattformen. Auf Linkedln haben sie bereits die Grenze von 10'000 Aufrufen geknackt, sagt Veapi. Freunde und Bekannte aus der Gastrobranche seien ebenfalls von der Idee begeistert.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

Meistgesehen

Artboard 1