Zügig konnte Verwaltungsratspräsident Patrick Sandmeier die 99. Generalversammlung der Raiffeisenbank Wasserschloss am Freitagabend abhalten. Die 720 Genossenschafterinnen und Genossenschafter im Campussaal Brugg-Windisch und im Foyer vor einer Grossleinwand sitzend, genehmigten alle vorliegenden Traktanden. Sie stimmten der Jahresrechnung zu und befürworteten die Verzinsung der Anteilscheine mit 2,5%. Ein Zückerchen stellte der Verwaltungsratspräsident für das Jubiläumsjahr 2020 in Aussicht: Dann werden die Anteilscheine mit 3,5% verzinst.

Ebenso klar bestätigt wurde die Wahl von PricewaterhouseCoopers AG als Revisionsstelle für die Geschäftsjahre 2019 und 2020. Normalerweise wird die Revisionsstelle für eine Amtsdauer von drei Jahren gewählt. Nun schreibt die Raiffeisen Gruppe das Revisionsmandat neu aus. Um per 2021 schweizweit einheitliche Wahlen begehen zu können, sind die zweijährigen Amtsperioden geschaffen worden. Auch die PricewaterhouseCoopers AG kann sich dann erneut um die Revisionsstelle bewerben.

Vertrauen ist das Betriebskapital

Dialog, Vertrauen, Loyalität. Diese Worte wählte Patrick Sandmeier häufig bei der Vorstellung des Jahresberichts. «Vertrauen ist für alle Unternehmungen das grosse Betriebskapital, ohne welches kein nützliches Werk auskommen kann. Es schafft auf allen Gebieten die Bedingungen gedeihlichen Geschehens.» Mit dem Zitat des Schweizer Arztes und Philosophen Albert Schweitzer war der Verwaltungsratspräsident in die Versammlung gestartet. Es freue ihn, dass sich die zahlreichen Gäste an der Entwicklung der Bank interessierten und sich über die aktuellen Zahlen persönlich informieren liessen. «Heute Abend wollen wir mit Ihnen im Dialog sein», sagte er zu den Gästen.

Patrick Sandmeier erwähnte das positive Jahr für die Schweizer Wirtschaft, die Arbeitsmarktentwicklung, aber auch Themen wie den Handelsstreit zwischen den USA und China oder die Diskussionen um den Brexit als Auslöser politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit. Die Raiffeisen Gruppe stand aufgrund der beiden Verfahren gegen den früheren Vorsitzenden Pierin Vincenz und das Verfahren der Finanzmarktaufsicht gegen die Raiffeisen Schweiz im Rampenlicht. Die Verfahren hätten sich negativ auf die Reputation der gesamten Gruppe ausgewirkt und einen Erneuerungsprozess ausgelöst.

Patrick Keller, stellvertretender Bankleiter, präsentierte die Jahresrechnung der Raiffeisenbank Wasserschloss. Er vertrat Bankleiter Heinz Jäggi, der nach 23 Jahren Raiffeisenbank Wasserschloss eine Auszeit nahm.

«Hackbrett meets Boogie-Woogie»

Patrick Keller verglich das positive Geschäftsjahr mit dem Hitzesommer, wobei unter anderem Negativzinsen Schweissperlen auf die Stirn getrieben hätten oder wegen des EDV-Wechsels Schwimmen angesagt gewesen sei. Er informierte über die 607 Millionen Franken an Kundengeldern, die 633 Millionen an Ausleihungen und den Bruttogewinn von 3,855 Mio. Franken sowie den Jahresgewinn von 517 131 Franken.

Nach dem Salat, Poulet und Gemüse – und vor der obligaten Cremeschnitte – unterhielten Nicolas Senn am Hackbrett und Elias Bernet am E-Piano die Gäste. Virtuos und teilweise schwindelerregend schnell spielten sie auf ihren Instrumenten.

«Appenzeller Hackbrett meets Boogie- Woogie», dieser Zusammenschluss harmonierte bestens. Gleichwohl trugen sie ihren Wettstreit vor den Gästen aus und fragten, ob Volksmusik oder Boogie-Woogie besser ankomme. «Der Sieger erhält den Zopf und den Honig», meinte Nicolas Senn. Zopf und Honig erhalten jeweils alle Gäste zum Schluss der Generalversammlung.