Effingen

Ein Muni, 500 Kilo Fleisch und viel Sonne – das war der Aargauer Ringertag

Rund 400 Gäste erfreuen sich am Aargauer Ringertag an den packenden Zweikämpfen.

Eins vorneweg: Das Sägemehl ist nicht des Ringers gewohnte Unterlage. Normalerweise messen sich die Athleten in den Jugend-Kategorien «Piccolo, Kadetten, Jugend» sowie die Aktiven in verschiedenen Gewichtsklassen auf der Matte.

Das Sägemehl, gepaart mit Schweiss, erwies sich am Sonntag für den einen oder anderen Jung-Ringer deshalb als zusätzlicher Gegner, nebst demjenigen im Zweikampf. Die einen bissen auf die Zähne, andere vergossen bittere Tränen, da nebst dem kratzenden Hals auch die Schulter oder das Genick schmerzten. Der Brunnen in der Arena sorgte schliesslich für Abkühlung, die Sanität leistete ihren fürsorglichen Dienst.

Arena auch am Sonntag genutzt

Die in weissen oder blauen Shirts gekleideten Athleten unterscheidet im Sägemehl in erster Linie nur eins von ihren Schwinger-Kollegen: die Zwilch- oder Schwingerhose. Die Schwinger müssen immer eine Hand an der Hose halten, die Ringer haben keine «Zweithose» an. Die Athleten geben sich zu Wettkampfbeginn die Hand und stehen in der Folge voneinander weg. Erst dann greifen sie sich an das Genick oder schlingen die Arme um die Brust und versuchen, den Gegner ins Sägemehl zu drücken. Auch beim Sägemehl-Ringen gilt: Der Rücken des Gegners muss auf dem Boden aufliegen. Urs Wildi, RV Weinfelden, erreichte als Tagessieger bei den Aktiven mit 59,8 die höchste Punktzahl und konnte Muni «BPE-Baron» nach Hause nehmen.

Letztmals vor 21 Jahren fand ein Sägemehl-Ringertag in Hottwil statt. «Das Abendschwinget war schon lange geplant, doch wir wollten diesmal die Schwinger-Arena auch am Sonntag nutzen», sagte Medienchef Ludwig Dünner vom Schwingklub Fricktal. Die Organisation des Aargauer Ringertages musste deshalb komplett neu ausgerichtet werden, dies gelang gemeinsam mit dem TV Effingen.

Mit 169 Ringern, die Aktiven dazugezählt, stellte sich am Sonntagmorgen eine grosse Gruppe ihren Herausforderungen. «Man merkt natürlich, dass Schwingen populärer und Ringen eher eine Randsportart ist», so Dünner.

Nick Alpiger verteidigt Titel

Am 18. Abendschwinget vom Samstag sahen sich über tausend Zuschauerinnen und Zuschauer die Zweikämpfe der «Bösen» mit den vier Eidgenossen Nick Alpiger, Christoph Bieri, David Schmid und Tobias Krähenbühl an. Im Schlussgang standen sich Nick Alpiger (Staufen) und der Fricktaler David Schmid gegenüber. Fast sieben Minuten sollte der spektakuläre Schlussgang dauern, in dem Vorjahressieger Nick Alpiger seinen Titel verteidigen konnte.

Dass an einem Wochenende mit Temperaturen um die 30 Grad Getränke gefragt sind, ist klar. Rund 2000 Liter Bier wurden bestellt, am Sonntagnachmittag gegen 14.30 Uhr waren 1400 Liter verbraucht. Gemäss Festwirtschaft-Chef Mathias Pfister war auch das Fleisch, allen voran die Fackelspiesse, heiss begehrt: «Wir starteten mit rund 500 Fackelspiessen und mussten nachträglich 300 Stück bestellen. Insgesamt 500 Kilogramm Fleisch wurden bestellt», erklärte Pfister. Für die Jungschwinger und die Ringer gabs Hörnli, Gehacktes und Apfelmus, die aktiven Schwinger erhielten Bons für ihr Menü und ein Getränk.

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