Villigen

Ein Leitbild von fünf Gemeinden ermöglicht «alt werden in Würde»

Gemäss Altersleitbildes soll die Selbstbestimmung der älteren Menschen gefördert werden.

Gemäss Altersleitbildes soll die Selbstbestimmung der älteren Menschen gefördert werden.

Nach einer eineinhalbjährigen Arbeitsphase wurde das Altersleitbild für Villigen, Endingen, Tegerfelden, Unterendingen und Würenlingen vorgestellt. Vor allem im Bereich «Wohnen» sieht das 96-seitige Buch noch Handlungsbedarf.

Vor anderthalb Jahren hatte eine breit abgestützte Arbeitsgruppe unter der Leitung von Gemeinderätin Regula Schneider (Würenlingen) mit der Erarbeitung eines Altersleitbildes für die Gemeinden Endingen, Tegerfelden, Unterendingen, Villigen und Würenlingen begonnen.

Die fünf Gemeinden stehen als Aktionäre hinter der Gemeinnützigen Aktiengesellschaft WirnaVita AG, der Trägerin des Alters- und Pflegeheims Würenlingen. Als Fachberater war Roland Guntern von Pro Senectute beigezogen worden. Jetzt ist das Altersleitbild in Villigen der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Selbstbestimmung und Respekt

Gemäss den Leitsätzen des Altersleitbildes soll die Selbstbestimmung der älteren Menschen respektiert und gefördert werden. Die Sicherheit der Seniorinnen und Senioren soll gewährleistet sein.

Die Gemeinden sollen sich für Massnahmen im Bereich des altersgerechten Wohnens und der hindernisfreien Gestaltung des öffentlichen Raums einsetzen. Die ältere Generation soll in der Gemeinde integriert sein und sich von ihr getragen fühlen.

Die Information für die älteren Menschen und ihre Angehörigen soll sichergestellt und die Achtung, der Respekt und die Toleranz gegenüber der älteren Bevölkerung gefördert werden.

Wohnen steht im Zentrum

Aufgrund umfassender Analysen des Ist-Zustandes in den fünf Gemeinden sieht das Altersleitbild – ein 96 Seiten starkes, mit vielen Grafiken versehenes Werk – Handlungsbedarf vor allem im Bereich wohnen. «Altersgerechtes wohnen», sagte Roland Guntern, «ist über alle fünf Gemeinden hinweg sicher ein Thema. Hier besteht Nachholbedarf.»

Weitere Themen, so Roland Guntern, sind das Bekanntmachen der bestehenden Angebote für die ältere Bevölkerung, aber auch der Einsatz von Seniorinnen und Senioren in der freiwilligen Altersarbeit oder in einem Seniorenrat.

Ursula Payne, Vizeammann der Gemeinde Endingen, Annelies Berner, Gemeinderätin in Villigen, und Regula Schneider stellten die Massnahmenvorschläge für die einzelnen Gemeinden vor. Wie aus ihren Ausführungen hervorging, ist bereits einiges aufgegleist worden.

So ist unter anderem in Würenlingen ein Seniorenrat im Entstehen. In den Surbtalgemeinden will man bei der Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) die Themen «altersgerechtes und hindernisfreies Bauen» aufnehmen.

In Villigen ist man nicht nur auf der Suche nach Land für altersgerechtes Bauen, sondern auch am Aufbau einer Anlaufstelle für die ältere Bevölkerung. Und im inzwischen beizenlosen Villiger Ortsteil Stilli ist ein «Mäntigskafi» als Treffpunkt institutionalisiert worden. Regula Schneider stellte denn auch fest: «Das Altersleitbild wird garantiert nicht in einer Schublade verstauben.»

Gute Aufnahme

Bei den gut 80 Personen, die sich zur Präsentation eingefunden hatten, fand das Altersleitbild gute Aufnahme. Fragen wurden zu den Auswirkungen der demografischen Entwicklung gestellt.

Regula Schneider wies dazu auf die Zielsetzung des Kantons «ambulant vor stationär» und die Bedeutung des altersgerechten Wohnens hin. Auf die Frage aus dem Publikum, wer für die Initialisierung der Umsetzung der Massnahmenvorschläge sorgen werde, räumte sie ein: «Das ist eine Herausforderung. Ich bin aber überzeugt, dass mit einem Seniorenrat ein guter Anfang gemacht werden kann. Die Anregung der Privatinitiative ist aber eine grosse Herausforderung.»

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