Brugg

Ein Leben im Dienste der Kunst, der Kultur und des Tanzes

Daniell Ficola und Gabriel Mareque tanzten vor dem Altar in Erinnerung an Jean Deroc. Samuel Frey

Daniell Ficola und Gabriel Mareque tanzten vor dem Altar in Erinnerung an Jean Deroc. Samuel Frey

Am Samstag fand in der Stadtkirche in Brugg die Gedenkfeier für den Tänzer und Choreografen Jean Deroc statt. Weggefährten, Freunde, Familie, Kultur und Politik nahmen Abschied von Deroc.

«Der Kontakt und insbesondere das Arbeiten mit Menschen aus so verschiedenen Kulturen hat sein Denken im besten Sinne des Wortes grosszügig werden lassen. Jean Deroc konnte in grossen Zügen denken, er hat auch in grossen Zügen erwartet, und insbesondere hat er in grossen Zügen gegeben», sagte Peter Siegwart in der Brugger Stadtkirche an der Gedenkfeier von Jean Deroc.

Siegwart ist seit 1990 musikalischer Leiter und seit 2000 zudem künstlerischer Gesamtleiter der Königsfelder Festspiele. Diese Festspiele wurden 1973 von Jean Deroc gegründet.

Die Menschen in der Kirche gedachten des Gründers des Schweizer Kammerballetts in einer ruhigen und würdevollen Stimmung. Dabei stand sein langes und erfülltes Leben im Vordergrund.

Der Pfarrer Christoph Suter zeichnete in diesem Sinn den Lebensweg des am 30. Dezember 2015 verstorbenen Derocs nach: «1925 ist Jean Deroc zur Welt gekommen und ist in Brugg aufgewachsen. Durch seine Eltern und Grosseltern kam er in Kontakt mit der Kunst. Wie es aber die Zeit verlangte, schloss er zuerst eine kaufmännische Lehre ab, um nach dem Krieg nach Paris zu gehen. Dort vollendete er sein Können, das er in Zürich gelernt hatte.»

Anita Huisman, die einen engen Kontakt zu Deroc pflegte, erzählte von seinem Engagement: «Er trat auch in Schulen auf und versuchte den Kindern mit dem Programm ‹Die Entstehung des Tanzes›, diese Kunst näherzubringen.» «Der Kunst von Jean Deroc sprachlich habhaft zu werden, ist mehrfach versucht worden und bleibt vielleicht auch müssig, nicht nur weil Tanz in letzter Konsequenz auch ohne Sprache auskommt», sagte Siegwart. Die Menschen in der Stadtkirche gedachten des Mannes, der die freie Tanzszene in der Schweiz ins Leben gerufen hat, nicht nur sprachlich: Daniell Ficola und Gabriel Mareque tanzten vor dem Altar in Erinnerung an Jean Deroc eine Choreografie von Paula Lansley.

Quelle der Inspiration

«Der direkte Kontakt zum Publikum – die Begeisterung, den künstlerischen Funken überspringen zu lassen, das war Jean Deroc zeit seines Schaffens ein grosses Anliegen, das zeigt er nicht nur mit den Festspielen. Er hatte eine Passion: Ein Leben im Dienste der Kunst, der Kultur und des Tanzes, und diese lebte, zeigte und teilte er», sagte Regierungsrat Alex Hürzeler. Er schloss seine Ansprache mit der Aufforderung, dass es nun an uns allen liege, das Werk von Jean Deroc – und seine Freude am Tanz – auch nach seinem Tod hochzuhalten und dafür zu sorgen, dass es für viele andere weiterhin eine Quelle der Inspiration sein werde.

Meistgesehen

Artboard 1