Den slowUp Brugg Regio von nächstem Sonntag wollte Hans-Rudolf Sommer (71) eigentlich noch im Kern-OK miterleben. Seit dem ersten slowUp in Brugg im Jahr 2013 war er jeweils für die Strecke zuständig. Doch die Gesundheit machte ihm einen dicken Strich durch die Rechnung. Am slowUp vor einem Jahr musste er sich eingestehen: So geht es nicht mehr. Beim Aufstellen von Tafeln begann das Augenflimmern und es hörte einfach nicht auf. Der niedrige Blutdruck und seine Gefässprobleme machten sich bei Hans-Rudolf Sommer, langjähriger Postangestellter und heutiger Gemeindeweibel in Birr, bemerkbar. Nach dem Event ging er zum Arzt. Dieser riet ihm, kürzer zu treten und seiner Gesundheit Sorge zu tragen. «Sonst hätte ich womöglich noch eine Lungenembolie gehabt», sagt er. Er informierte Verena Rohrer, Leiterin des slowUp-OKs, dass er als Streckenchef zurücktreten muss.

Mit Hans-Rudolf Sommer tritt einer der Hauptinitianten des slowUp Brugg Regio ab. Im Jahr 2011 hatte er gemeinsam mit Vertretern von Brugg Regio und Tourismus Region Brugg die Bewerbung für den slowUp beim nationalen Dachverband eingereicht. «Wir wollten unbedingt etwas Neues nach Brugg bringen, etwas ausprobieren», sagt Hans-Rudolf Sommer.

Eine Schuhnummer zu gross

Leicht wurde es Sommer und seinem Team nicht gemacht. Bezüglich Strassensperrung gab es Widerstände, dazu kamen die Vorgaben des nationalen Dachverbands des slowUp. Nach Gesprächen mit der Polizei und Politikern musste sich Tourismus Region Brugg eingestehen, dass ein slowUp eine Schuhnummer zu gross ist. An dieser Stelle hätte die Geschichte des slowUp Brugg Regio bereits zu Ende sein können, noch bevor sie so richtig begonnen hatte.

Doch dann stiess Verena Rohrer als Leiterin der regionalen Standortförderung von Brugg Regio dazu und nahm die slowUp-Sache an die Hand. «Das war für uns ein Glücksfall», sagt Hans-Rudolf Sommer. 2013 wurde dann der erste slowUp Brugg Regio durchgeführt – mit Hans-Rudolf Sommer als Streckenchef. Denn im Organisieren von Routen hatte er schon viel Erfahrung. Bereits seit Jahrzehnten setzte er sich für den Langsamverkehr ein. Der passionierte Velofahrer war im Aargau zuständig für die Markierung von Radwanderwegen oder organisierte eine Velo-Schlössertour. Zudem war er Vorstandsmitglied des SRB Aargau (heute Swiss Cycling Aargau) und Quartiermeister des GP Rüebliland.

In diesem Jahr kann Hans-Rudolf Sommer den slowUp erstmals etwas ruhiger angehen. Nachtschichten wird er nicht mehr einlegen müssen. Er ist zwar für Tourismus Region Brugg im Geissenschachen im Einsatz, «das Velo nehme ich aber mit, damit ich einen Teil der Strecke abfahren kann», sagt er.