Schinznach-Bad

Ein Komitee engagiert sich für die Fusion von Brugg/Schinznach-Bad

Die Entscheidung am 1. Dezember ist zukunftsweisend für die Gemeinden.

Die Entscheidung am 1. Dezember ist zukunftsweisend für die Gemeinden.

Acht Männer wollen die Bevölkerung von einem Ja überzeugen – und die Skeptiker kontaktieren. Damit es zu einer Mehrheit und für das Komitee Pro Fusion positiven Entscheidung kommt.

In die Diskussion um die aufgegleiste Fusion von Brugg und Schinznach-Bad kommt langsam, aber sicher Bewegung. So hat sich am Dienstagabend in Schinznach-Bad das Komitee Pro Fusion gegründet. Mit von der Partie ist auch Valentin Trentin, der für den Gemeinderat in Schinznach-Bad kandidiert.

Das Ziel des Komitees: die Vorteile eines Zusammenschlusses von Schinznach-Bad und Brugg der Bevölkerung sachlich darlegen und für dieses zukunftsweisende Anliegen eine Mehrheit an der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember gewinnen. Davon abgesehen ist es dem Komitee auch wichtig, die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger überhaupt dazu zu bewegen, an der Versammlung teilzunehmen.

Zukunftsausblicke getrübt

Die Anfänge des Komitees reichen etwas mehr als einen Monat zurück. «Nach der Orientierungsversammlung vom 14. Juli haben vier Mitglieder des jetzt gegründeten Komitees die Lage analysiert», sagt Valentin Trentin, der für die Medienarbeit zuständig ist.

«Sie sind zum Schluss gekommen, dass bei einem Alleingang von Schinznach-Bad die Zukunftsausblicke durch allerhand Probleme getrübt sein werden.» Nach ersten Diskussionen machte sich die Gruppe auf, Personen zu finden, welche die Fusion befürworten und unterstützen. «Das war relativ einfach», meint Trentin.

«Wir mischen uns aber grundsätzlich nicht in Brugger Abstimmungs- und Wahlinterna ein. Es bleibt in Schinznach-Bad noch genügend Arbeit.»

Valentin Trentin, Medienverantwortlicher Komitee Pro Fusion sowie Gemeinderatskandidat

«Wir mischen uns aber grundsätzlich nicht in Brugger Abstimmungs- und Wahlinterna ein. Es bleibt in Schinznach-Bad noch genügend Arbeit.»

Zur Kerngruppe des Komitees gehören: Ersoy Ali, Ernst Hess, Alexander Lipp, Hansruedi Marti, Othmar Roos, Beat Schirmer, Valentin Trentin und Christoph Ziltener. «Wir werden uns überzeugt und mit ganzer Kraft engagieren», betont das Komitee. Davon, dass einige Einwohnerratsparteien in Brugg einer Fusion kritisch, wenn nicht gar ablehnend gegenüberstehen (die az berichtete), lässt sich das Komitee nicht beunruhigen.

«Noch ist nicht erwiesen, dass in den ablehnenden Parteien Einhelligkeit herrscht», gibt Trentin zu bedenken. «Und vergessen wir nicht: Es gibt auch positiv eingestellte Parteien. Wie gehen davon aus, dass noch ein längerer Entwicklungsprozess ansteht.»

Auf Nachfrage gibt das Komitee bekannt, dass das Gespräch mit den Befürwortern aus Brugg geplant ist, «aber auch mit den Skeptikern». «Dafür werden wir die diplomatischen Beziehungen intensivieren und pflegen», sagt Trentin. Man wünsche sich natürlich ein Ja im Einwohnerrat Brugg. «Wir mischen uns aber grundsätzlich nicht in Brugger Abstimmungs- und Wahlinterna ein. Es bleibt in Schinznach-Bad noch genügend Arbeit.»

Das Komitee Pro Fusion führt acht Punkte auf, warum ein Zusammenschluss Sinn macht: mehr Gewicht und Durchsetzungsstärke in der Region, fundiertere Finanzkraft, 10 Prozentpunkte tiefere Steuern, breiteres Bildungs-, Jugend- und Altersangebot, Standort-Attraktivität und allenfalls bessere öV-Verbindungen, deutlich mehr und unterschiedliche Vereine sowie einfachere Suche nach Behördenmitgliedern.

Und nicht zuletzt ist das Komitee überzeugt, dass Schinznach-Bad auf jeden Fall seine Identität beibehalten werde. «Das manifestiert sich nicht nur in der Postanschrift, den Strassenschildern und den Strassennamen», findet das Komitee.

Kandidatur und Kampagne getrennt

In der ganzen Sache auffällig ist, dass Valentin Trentin einerseits in diesem Pro-Komitee aktiv ist, andererseits auf seiner Website schreibt, dass er zusammen mit «den Fusionsbefürwortern und bisherigen Gemeinderäten» Angela Lunginovic, Boris Charpié und Jürg Meyer für den Gemeinderat von Schinznach-Bad kandidiert.

Auf Anfrage betont Trentin, dass die Kandidatur und die Kampagne strikt getrennt seien. «Das Komitee arbeitet eigenständig und unabhängig vom Gemeinderat.» Und mit Sandro Wächter, dem zweiten neuen Kandidaten für den Gemeinderat, arbeite man nicht zusammen, weil er die Fusion bekämpft.

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