Lupfig
Ein Jahr nach dem Eklat: Mit dem Haus Eigenamt gehts wieder aufwärts

Der Vorstand stellte vor einem Jahr acht Angestellte frei, sieben kehrten zurück – nun arbeiten noch vier im Altersheim. Viele Schritte wurden zur Verbesserung eingeleitet.

Claudia Meier
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Die Fluktuationsrate im Haus Eigenamt in Lupfig konnte deutlich gesenkt werden.

Die Fluktuationsrate im Haus Eigenamt in Lupfig konnte deutlich gesenkt werden.

Sandra Ardizzone

Rund um den Betrieb und die Verwaltung im Haus Eigenamt, dem regionalen Alters- und Pflegeheim in Lupfig, blieb im vergangenen Jahr kaum ein Stein auf dem anderen. Ende Februar 2015 stellte der Vorstand überraschend acht Angestellte frei. Der Kanton musste einen Aufnahmestopp verfügen, als sich der Norovirus ausbreitete. Als interimistischer Geschäftsführer wurde Hanspeter Müller vom Pflegezentrum Süssbach in Brugg ins Haus geholt.
Nachdem die Mitglieder am 16. April an der Generalversammlung einen neuen Altersheim-Vorstand gewählt hatten, kehrte im Haus Eigenamt etwas Ruhe ein. Vereinspräsidentin ist seither Ursi Berger, Gemeindeammann in Birrhard. Kurz darauf, am 1. Mai, erhielten sieben der acht Freigestellten einen neuen Arbeitsvertrag inklusive Probezeit.
Was ist aus ihnen geworden? Wie viele dieser sieben Zurückgekehrten sind dem Haus Eigenamt bis heute treu geblieben? Geschäftsführer Hanspeter Müller sagt, dass noch vier von ihnen im 100-köpfigen Team arbeiten. Neue Herausforderungen, neue Teamzusammensetzungen sowie normale Abgänge in einem Veränderungsprozess seien die Gründe für diese Wechsel gewesen.
Fluktuationsrate deutlich gesenkt
Der Geschäftsführer fügt an, dass die Fluktuationsrate im letzten halben Jahr markant gesenkt werden konnte. Im Jahr 2013 betrug sie 25 Prozent, ein Jahr später stieg sie auf 28 Prozent und im letzten Jahr sogar auf 34 Prozent. Von September 2015 bis Februar 2016 lag die Fluktuationsrate nur noch bei 8 Prozent.
Mit dem neuen Vorstand funktioniere die Schnittstelle zur Geschäftsführung wieder normal, betont Hanspeter Müller. Strategisches wird vom Operativen getrennt. Im vergangenen Jahr gab es nicht nur in personeller Hinsicht zahlreiche Veränderungen. Neben der neuen Struktur wurden laut Müller auch neue Kommunikationsgefässe eingerichtet, gezielte Massnahmen zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Bereichen sowie bewohnernahe Projekte aufgegleist. Das Qualitätsmanagement wurde weiterentwickelt, und es wurde in die interne Weiterbildung investiert.
Ein Geschäftsführer fehlte
Vereinspräsidentin Ursi Berger räumt ein, dass der Vorstand eine intensive Zeit hinter sich hat. «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, wirklich alle Bereiche zu analysieren und wo nötig entsprechende Schritte einzuleiten.» Dies alles benötige Zeit und die Vorstandsmitglieder würden nach wie vor gefordert. «Das hervorragende Resultat des Audits im vergangenen September bestätigt uns aber, dass wir auf dem richtigen Weg sind», fährt Berger fort. Die Institution erreichte 90 Punkte und das Prädikat «sehr gut». Möglich sind bei diesem Audit 100 Punkte – 75 reichen, um zu bestehen.