Brugg-Windisch
Ein Jahr nach dem Campus-Brand: Erinnerungen sind noch hellwach

Der Fachhochschul-Neubau war fast fertig erstellt, die Brandschutzeinrichtungen waren aber noch nicht in Betrieb. Der teuerste Brand in der Geschichte der Aargauischen Gebäudeversicherung hat in vielen Köpfen Spuren hinterlassen.

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Am Mittwoch, 10. April 2013, kurz nach 22 Uhr brannte der Campus-Neubau der Fachhochschule Nordwestschweiz wenige Monate vor der Fertigstellung.

Am Mittwoch, 10. April 2013, kurz nach 22 Uhr brannte der Campus-Neubau der Fachhochschule Nordwestschweiz wenige Monate vor der Fertigstellung.

Corina Borer

Vor genau einem Jahr brach am späteren Abend im Campus-Neubau ein Feuer aus. Dieser Brand an einem Jahrhundertbauwerk ist den meisten Leuten noch in Erinnerung.

Egal, ob Involvierte der Fachhochschule Nordwestschweiz oder der Feuerwehr, Gemeindeammann, Verwaltungsrats-Mitglied der Aargauischen Gebäudeversicherung oder Swisscoy-Kommandant: Sie alle waren von diesem Ereignis betroffen. (CM)

Hanspeter Scheiwiler, Windisch ehemaliger Gemeindeammann «Entgegen meinem Willen lag ich zu dieser Zeit in der Reha in Rheinfelden und schaute mir am TV die Champions League an. Dann klingelte mein Natel, das immer noch für feuerwehrtechnische Notfälle präsent war. Die Brandmeldeanlage erfüllte soweit den Dienst. Solche Meldungen kommen zwar regelmässig, viele sind aber Fehlmeldungen. Am anderen Morgen erfuhr ich via Radio die Hiobsbotschaft und deren erstes Ausmass. Dass es letztlich so happig ausfallen würde, ist natürlich die Grundlage eines Neubaus. Gott sei Dank gab es keine gravierenden Verspätungen für die Eröffnung.»

Hanspeter Scheiwiler, Windisch ehemaliger Gemeindeammann «Entgegen meinem Willen lag ich zu dieser Zeit in der Reha in Rheinfelden und schaute mir am TV die Champions League an. Dann klingelte mein Natel, das immer noch für feuerwehrtechnische Notfälle präsent war. Die Brandmeldeanlage erfüllte soweit den Dienst. Solche Meldungen kommen zwar regelmässig, viele sind aber Fehlmeldungen. Am anderen Morgen erfuhr ich via Radio die Hiobsbotschaft und deren erstes Ausmass. Dass es letztlich so happig ausfallen würde, ist natürlich die Grundlage eines Neubaus. Gott sei Dank gab es keine gravierenden Verspätungen für die Eröffnung.»

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Thomas Wymann, Brugg ehemaliger Swisscoy-Kommandant «Am 10. April 2013 befand ich mich noch im Kosovo als Kommandant des 27. Kontingentes kurz vor dem Change of Command, der am Tag darauf auf dem Flughafen in Pristina stattfand, in Anwesenheit der Aargauer Zeitung. Die Hiobsbotschaft erreichte mich also direkt via Redaktorinnen weit weg von Brugg und dem Campussaal. Über die App der Aargauer Zeitung informierte ich mich später ausführlicher und mein erster Gedanke war: Wenn sich bei diesem Brand nur niemand verletzt hat. Dann ging mir Folgendes durch den Kopf: Hoffentlich hat der Campus nicht einen zu grossen Schaden erlitten, sodass der Termin der Eröffnung gefährdet ist! Können die Schäden noch repariert werden? Und ist die Statik des Gebäudes noch intakt?»

Thomas Wymann, Brugg ehemaliger Swisscoy-Kommandant «Am 10. April 2013 befand ich mich noch im Kosovo als Kommandant des 27. Kontingentes kurz vor dem Change of Command, der am Tag darauf auf dem Flughafen in Pristina stattfand, in Anwesenheit der Aargauer Zeitung. Die Hiobsbotschaft erreichte mich also direkt via Redaktorinnen weit weg von Brugg und dem Campussaal. Über die App der Aargauer Zeitung informierte ich mich später ausführlicher und mein erster Gedanke war: Wenn sich bei diesem Brand nur niemand verletzt hat. Dann ging mir Folgendes durch den Kopf: Hoffentlich hat der Campus nicht einen zu grossen Schaden erlitten, sodass der Termin der Eröffnung gefährdet ist! Können die Schäden noch repariert werden? Und ist die Statik des Gebäudes noch intakt?»

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Jörg Hunn, Riniken Verwaltungsrat-Mitglied AGV «Alle freuten sich auf die Eröffnung. Dann die Hiobsbotschaft in den Frühnachrichten. Der Campus brannte! Meine ersten Gedanken: Wie gross ist der Schaden? Wie konnte das passieren, war es Brandstiftung oder Fahrlässigkeit? Was heisst das für die Eröffnung? Als VR-Mitglied der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) interessierte mich die Schadenssumme. Zunächst Entwarnung: Geschätzter Schaden ‹nur› 3 Mio. Franken. Am Tag danach waren es fast zehnmal so viel. Der grösste Schadenfall in der Geschichte der AGV. Dass die FHNW den Campus trotzdem planmässig starten konnte, war eine Parforce-Leistung. Für mich bleibt ein fahler Nachgeschmack, weil die eindeutige Brandursache bis heute nicht ermittelt werden konnte.»

Jörg Hunn, Riniken Verwaltungsrat-Mitglied AGV «Alle freuten sich auf die Eröffnung. Dann die Hiobsbotschaft in den Frühnachrichten. Der Campus brannte! Meine ersten Gedanken: Wie gross ist der Schaden? Wie konnte das passieren, war es Brandstiftung oder Fahrlässigkeit? Was heisst das für die Eröffnung? Als VR-Mitglied der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) interessierte mich die Schadenssumme. Zunächst Entwarnung: Geschätzter Schaden ‹nur› 3 Mio. Franken. Am Tag danach waren es fast zehnmal so viel. Der grösste Schadenfall in der Geschichte der AGV. Dass die FHNW den Campus trotzdem planmässig starten konnte, war eine Parforce-Leistung. Für mich bleibt ein fahler Nachgeschmack, weil die eindeutige Brandursache bis heute nicht ermittelt werden konnte.»

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Ursula Renold, Brugg Fachhochschulratspräsidentin FHNW «Die Hiobsbotschaft erreichte mich in den frühen Stunden des folgenden Tages. FHNW-Direktionspräsident Crispino Bergamaschi orientierte mich über den Vorfall, den Schaden - soweit er bis zu diesem Zeitpunkt bereits festgestellt werden konnte - und die Zuständigkeiten. Ich war tief betroffen, denn ich musste davon ausgehen, dass dies Konsequenzen für den neuen Semesterbeginn hatte. Dank der äusserst professionellen Zusammenarbeit unter allen Beteiligten war es möglich, dass die FHNW die Studierenden am neuen Standort planmässig begrüssen konnte.»

Ursula Renold, Brugg Fachhochschulratspräsidentin FHNW «Die Hiobsbotschaft erreichte mich in den frühen Stunden des folgenden Tages. FHNW-Direktionspräsident Crispino Bergamaschi orientierte mich über den Vorfall, den Schaden - soweit er bis zu diesem Zeitpunkt bereits festgestellt werden konnte - und die Zuständigkeiten. Ich war tief betroffen, denn ich musste davon ausgehen, dass dies Konsequenzen für den neuen Semesterbeginn hatte. Dank der äusserst professionellen Zusammenarbeit unter allen Beteiligten war es möglich, dass die FHNW die Studierenden am neuen Standort planmässig begrüssen konnte.»

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Klaus Eisele, Winterthur FHNW-Dozent «Ich habe am Tag danach in der Gratiszeitung ‹20Minuten› über den Brand gelesen. An der Hochschule für Technik der FHNW unterrichte ich unter anderem Risiko-Management. In diesem Zusammenhang wundere ich mich schon, dass ein solcher Brand in der Schlussphase eines derart grossen Bauprojekts möglich ist. Aus diesem Ereignis habe ich auf jeden Fall auch gelernt, wie kompliziert und intransparent Eigentums-, Finanzierungs- und Nutzungsverhältnisse im Baugewerbe sein können.»

Klaus Eisele, Winterthur FHNW-Dozent «Ich habe am Tag danach in der Gratiszeitung ‹20Minuten› über den Brand gelesen. An der Hochschule für Technik der FHNW unterrichte ich unter anderem Risiko-Management. In diesem Zusammenhang wundere ich mich schon, dass ein solcher Brand in der Schlussphase eines derart grossen Bauprojekts möglich ist. Aus diesem Ereignis habe ich auf jeden Fall auch gelernt, wie kompliziert und intransparent Eigentums-, Finanzierungs- und Nutzungsverhältnisse im Baugewerbe sein können.»

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Raffael Schneider, Basel Student im 6. Semester «Ich studiere Energie- und Umwelttechnik an der FHNW und habe den Brand nur am Rand aus den Medien mitbekommen, weil ich erst etwa eine Woche nach dem Ereignis wieder nach Brugg-Windisch kam. Als Basler habe ich keinen emotionalen Bezug zum Campus-Neubau hier. Ich hatte auch absolut keine Bedenken, dass der finanzielle Schaden nicht behoben werden könnte. Nun bin ich im letzten Semester und finde es toll, dass der Neubau seinen Betrieb aufnehmen konnte und ich auch noch darin studieren kann.»

Raffael Schneider, Basel Student im 6. Semester «Ich studiere Energie- und Umwelttechnik an der FHNW und habe den Brand nur am Rand aus den Medien mitbekommen, weil ich erst etwa eine Woche nach dem Ereignis wieder nach Brugg-Windisch kam. Als Basler habe ich keinen emotionalen Bezug zum Campus-Neubau hier. Ich hatte auch absolut keine Bedenken, dass der finanzielle Schaden nicht behoben werden könnte. Nun bin ich im letzten Semester und finde es toll, dass der Neubau seinen Betrieb aufnehmen konnte und ich auch noch darin studieren kann.»

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Bianca Schellenberg, Endingen, FHNW-Studentin «Was? Das ist bereits ein Jahr her? Ich kann mich noch gut erinnern, wie meine Kollegin, die damals noch an der FHNW in Aarau studierte, zu Beginn verunsichert war, ob der Campus-Neubau termingerecht bezogen werden kann. Als ich im September mein Studium an der Pädagogischen Hochschule hier in Brugg-Windisch begann, waren die oberen Etagen wegen der Behebung der Brandschäden noch gesperrt. Wir mussten deshalb auf andere Gebäude ausweichen. Ein Teil des Unterrichts fand im Gebäude 4 gegenüber statt.»

Bianca Schellenberg, Endingen, FHNW-Studentin «Was? Das ist bereits ein Jahr her? Ich kann mich noch gut erinnern, wie meine Kollegin, die damals noch an der FHNW in Aarau studierte, zu Beginn verunsichert war, ob der Campus-Neubau termingerecht bezogen werden kann. Als ich im September mein Studium an der Pädagogischen Hochschule hier in Brugg-Windisch begann, waren die oberen Etagen wegen der Behebung der Brandschäden noch gesperrt. Wir mussten deshalb auf andere Gebäude ausweichen. Ein Teil des Unterrichts fand im Gebäude 4 gegenüber statt.»

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