Corona-Pandemie

Freihändiger Türöffner: Brugger Firma stellt gratis 3D-Druckvorlagen online

Mit genialen Ideen will er das Virus bekämpfen: CEO Dominik Solenicki zeigt die korrekte Anwendung des freihändigen Türöffners.

Mit genialen Ideen will er das Virus bekämpfen: CEO Dominik Solenicki zeigt die korrekte Anwendung des freihändigen Türöffners.

Das Brugger Start-up Sintratec stellt 3D-Druckvorlagen online gratis zur Verfügung. Gelichzeitig richtet CEO Dominik Solenicki einen Appell an die Spitäler.

Türfallen sind wahre Virenschleudern. Von Hand zu Hand werden Viren und Bakterien weitergereicht. Gerade in der aktuellen Coronakrise ist das ein Problem. Das Brugger Start-up-Unternehmen Sintratec nimmt sich diesem an. In Zusammenarbeit mit einem belgischen Software-Entwickler hat die Firma einen freihändigen Türöffner entwickelt. Das Design dazu wird gratis online zur Verfügung gestellt.

Sintratec ist Herstellerin von professionellen 3D-Druckgeräten. «Das Coronavirus betrifft natürlich auch uns», sagt Dominik Solenicki, CEO und Mitgründer der Sintratec AG. «Momentan geht es uns noch gut, wir haben viel zu tun. Aber auch wir werden Einbussen verzeichnen müssen, da sämtliche Grossveranstaltungen verschoben oder abgesagt worden sind. Gerade deswegen seien jetzt kreative Ideen gefragt, meint er. «Mit unserer Technologie versuchen wir so, aktiv gegen die Verbreitung des Virus anzukämpfen.»

Freihändig Türen öffnen: Brugger Firma stellt gratis 3D-Druckvorlagen online

Entwicklung und Funktion des Türöffners im Video.

  

Die 3D-Drucktechnologie bietet einen grossen Vorteil

Das ursprüngliche Türöffner-Design stammt vom belgischen 3D-Software-Hersteller Mate­rialise, mit dem die Brugger Firma kooperiert. Nach dem Erhalt des digitalen Files aus Belgien konnte noch am selben Tag ein erster Prototyp gedruckt werden. Nach einem Redesign ging der Türöffner am darauffolgenden Tag in die Massenproduktion. «Das ist genau die Stärke des 3D-Drucks: Ein Konzept kann innert Stunden gezeichnet, optimiert und umgesetzt werden», so Solenicki. Das digitale File kann anschliessend auf 3D-Druckern auf der ganzen Welt sofort gedruckt werden. «Je weiter der Transport und das Reisen durch Covid-19 eingeschränkt werden, umso relevanter wird diese Möglichkeit der lokalen Fertigung», meint Solenicki.

Bei Sintratec wird derzeit der gesamte eigene Maschinenpark zur Herstellung des Türöffners eingesetzt. «Bei grösserer Nachfrage können wir aber auch bei unseren Partnern drucken», sagt Solenicki. Beide Designs können zudem gratis online heruntergeladen werden. Jeder mit Zugang zu einem 3D-Drucker kann so seinen Türöffner selber herstellen. «Wir haben uns entschieden, Designs, welche wir zur Bekämpfung des Coronavirus erarbeiten, frei zur Verfügung zu stellen.» So will das Unternehmen seinen Beitrag leisten, um die Pandemie einzudämmen. Wer keinen 3D-Drucker hat, kann den gedruckten Türöffner im Set mit den entsprechenden Schrauben im Onlineshop von Sintratec bestellen. Der Einzelpreis startet je nach Ausführung bei rund 42 Franken. Einige Bestellungen von Privatpersonen, aber auch von grösseren Schweizer Unternehmen aus verschiedenen Branchen, sind bereits eingegangen.

Der freihändige Türöffner stellt indes nur das erste von vielen Projekten dar. «Unsere Konstrukteure sind immer bemüht, Lösungen für neue Probleme oder Engpässe zu finden.» So richtet Solenicki auch einen Appell an alle Spitäler, die derzeit mit dem Virus zu kämpfen haben: «Melden Sie sich bei uns! Maskenhalter, Teile für Beatmungsgeräte, Ventile – für die Lebensrettung designen und drucken wir – soweit wir es können – kostenlos.»

Sintratec kann seine 24 Mitarbeiter derzeit noch voll beschäftigen. «Als Hightech-Firma sind wir auf dezentrales Arbeiten eingestellt, das hilft enorm.» Ihre 3D-Drucker werden von Weltkonzernen wie Daimler bis zu KMU und Einzelunternehmen genutzt. «Wir sind entsprechend breit abgestützt.» Die Maschinen sind allerdings Investitionen, die in einem aktuell höchst volatilen Markt natürlich weniger getroffen werden. Ein Rückgang an Bestellungen von Maschinen über die nächsten Wochen ist zu erwarten. «Sollte die Krise andauern, werden auch wir uns zwangsläufig mit dem Thema Kurzarbeit befassen müssen.»

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